Costa Rica    

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Reisebericht.

Costa Rica, besuchte ich mit Birgit im Jan/ Feb. 1999.

Costa Rica, ein kleines Land in Mittelamerika, selten im Blickpunkt der Öffentlichkeit, aber von herausragender Naturschönheit, hierzu gleich zwei Beispiele zum Eingewöhnen:
(Die Photos sind von Kalle Kratz, einem Dortmunder in Costa  Rica, später mehr..)

Die Fakten:

Fläche:                        50900 qkm
Bevölkerung:                 3,42 Millionen
Pro Kopf-Einkommen:      2400 US $
Hauptstadt:                  San Jose
Staatsform:                  Präsidialrepublik
Sprache:                      Spanisch
Währung:                     Colon = 100 Centavos

Naturraum:
Die Klimascheide der Cordillera gliedert das Land in drei Gebiete: Auf der pazifischen Seite liegen bis 700 m hohe, wechselfeuchte Savannen und Trockenwald; im Valle Central, mit fruchtbaren Böden und mildem Klima, befindet sich das Hauptsiedlungssgebiet; an der karibischen Seite herrscht tropischer Regenwald vor. Ziele des Fremdenverkehrs sind u.a. die zahlreichen Vulkane, das Naturreservat Monteverde  sowie die Strände am Pazifik.

Politik:
Costa Rica wurde 1502 von Kolumbus entdeckt und Mitte des 16. Jhr. spanische Kolonie. Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit (1838) wurde es Republik. Die Verfassung von 1949 schreibt politische Neutralität vor. Das Land wird vom Parlament und einem direkt gewählten Präsidenten regiert.

Wirtschaft:
Der Bildungsstand der überwiegend weißen Bevölkerung ist relativ hoch. Die Landwirtschaft trägt 16% des Bruttosozialproduktes, 64 % der Exporteinnahmen bei. Die Industrie erwirtschaftet mit der
Verarbeitung von Agrarprodukten sowie der Herstellung von Textilien und Chemikalien 26 % des Bruttosozialproduktes. Der Tourismusbereich verzeichnet starke Zuwächse.
(Lit.: Neuer Großer Atlas der Welt, Serges Medien 1997)
 

 

Costa Rica-"Das Land der unsichtbaren Tiere". Eine nicht immer ganz ernst gemeinte Liebeserklärung an Costa Rica. Ein Reisebericht.

24.01.1999: Ankunft / Alajuela
Ankunft am Flughafen , der zwischen der Hauptstadt San Jose und Alajuela liegt.
Wir fahren nach Alajuela, um dort zu übernachten.

25.01.1999: San Jose
Am morgen fahren wir nach San Jose , um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Es ist warm, fast 25 Grad, sehr windig. San Jose ist eine einzige Enttäuschung. Autos und Smog ohne Ende. Die Stadt ist hässlich, mit Ausnahme des Platzes vor dem Nationaltheater und dem Zentralmarkt. Hier tobt das costaricensische Leben pur, dunkle Gassen, vollgestopft mit Menschen, Waren und Esstischen.
Die Zeit- und Klimaumstellung zerrt an unseren Kräften.

26.01.1999:Vulkan Poas/ Carillio de Poas
Wir fahren mit dem Bus raus zum Vulkan Poas, bekannt für einen phänomenalen Einblick in den Krater. Bekannt aber auch dafür, dass hier in der Höhe häufig der Nebel jede Sicht versperrt. So auch jetzt. Es regnet, wir haben es geahnt und Regenklamotten an, die Amis um uns herum nicht,  Pech gehabt.
Wir warten geduldig, endlich am Nachmittag geht " der Vorhang auf" und wir erhaschen für etwa fünf Minuten einen wirklich atemberaubenden Blick in den riesigen dampfenden 
Krater, ein echtes Naturschauspiel.

Abends werden wir in Alajuela am Busbahnhof von Kalle Kratz erwartet, ein Deutscher, der sich mit seiner Frau in Carillio de Poas niedergelassen hat, unweit von Alajuela. Er hatte uns schon am Flughafen angesprochen und uns eine Unterkunft in seinem Haus angeboten.
Wir fahren einige Kilometer aus Alajuela heraus aufs Land. Es ist hügelig, dörflich, Hunde bellen, Hähne krähen. Wir kommen bei Kalle an:

 

 

Carillio de Poas: Das Haus von Kalle                      Blick durch den Garten auf die
und Gitti Kratz (Los Alemanes)                              Terrasse. Uns gefällt es hier.

Gitti kocht für uns und die anderen Traveller, es ist lecker, nachher bringt Kalle Pilsbier. Kalle weiß eine Menge über Land und Leute, lebt seit vielen Jahren hier, hat das Land selbst intensiv bereist. Er hat viele Tipps parat, mögliche Reiserouten, es wird erzählt, wir fühlen uns wie in einer Familie, echt toll.
Wer hier mal hin will, kein Problem, Kalle ist im WWW erreichbar unter: LOS ALEMANES

27.01.1999: Umgebung Alajuela
Kalle zeigt uns den Weg zu den Wasserfällen "Los Chorros", die er selbst ausgekundschaftet hat. Unser zweiter Einblick in die Naturschönheiten Costa Ricas. Nachmittags besuchen wir eine Schlangenfarm in der Nähe. Ein Österreicher leitet das Projekt. Es gibt viele Infos in Spanisch und Englisch. Erstmals in unserem Leben haben wir eine "Coral Falsa", eine ungiftige Natter auf unserem Arm, ein zunächst beklemmendes, dann aber herrlich weiches Gefühl.

28.01.1999: Jaco
Wir verabschieden uns von Kalle und Gitti und fahren mit dem Bus an die Pazifikküste, nach Jaco.
Die Fahrt ist ätzend. 2,5 Stunden in einem total überfüllten Bus, fast die ganze Zeit im stehen. 
Es ist ziemlich heiß, je näher wir uns der Küste nähern , um so schwüler wird es.
Das Meer und der Strand entschädigen uns , das Abendessen in
einer Strandhütte ist ebenfalls klasse. Nachts ärgern uns die Moskitos in unser Cabina, klar, bei der Schwüle haben sie Hochkonjunktur und wir wenig Schlaf.

29.01.1999: Umgebung Jaco
Um 7:00 Uhr gibt's Frühstück. "Gallo Pinto", Reis mit Bohnen und Ei, dazu Kaffee, wir werden uns im Laufe der Reise  an diese "leicht" ungewohnte Esskultur gewöhnen. 
Wir fahren mit dem Bus in den Parque Carara, ein Naturreservat, eine halbe Stunde von Jaco entfernt. 
Der Spaziergang dort ist toll, wir sehen allerdings kaum Tiere. Ein Ameisenbär huschte vorbei, ansonsten viel Wald und Natur. Anschließend, nach einigen Minuten Fußmarsch, queren wir den Rio Tarcóles. Eigentlich ein ganz normaler Fluss, aber die vielen Touris auf der Brücke machen uns neugierig.
In der Tat unten im Fluss und am Wasserrand tummeln sich Scharen von Krokodilen, die relativ gelangweilt die vielen Blicke quittieren.
Immerhin sind einige Prachtexemplare selbst aus der sicheren Entfernung noch respekteinflößend.
Wir trampen zurück nach Jaco, auf Costa Rica nicht ganz einfach, und so dauert es doch sehr lange bis wir wieder am Ort sind.

30.01.1999: Quepos/ Manuel  Antonio
Wir fahren weiter mit dem Bus nach Quepos, von dort sofort weiter nach  Manuel Antonio. Der letzte Teil mit dem  Bus nach San Antonio ist ein Höllenritt. Der Bus total klapprig, überfüllt ist kein Ausdruck, das Gepäck liegt locker im Gepäckfach des Busses.
Die Steigungen sind so heavy, dass der Bus häufiger fast stehen bleibt. Wir kommen aber trotzdem irgendwie an.
Die Strapazen haben sich gelohnt:


Ein Blick auf die Bucht von Manuel - San Antonio.
Ein Nationalpark mit einem herrlichen Strand.

In Costa Rica sind noch Ferien. Manuel San Antonio ist ein beliebter Ausflugsort für Einheimische wie für Touristen.
So ist es fast unmöglich noch ein Zimmer zu bekommen, zumal die Rucksackschlepperei bei solch einer Hitze wahrlich kein Vergnügen ist.
Schließlich landen wir im Hotel Karaha, etwas abseits. Zu unserem Bungalow gelangen wir, wir können es  kaum glauben, nur über eine Zahnradbahn, die uns samt Gepäck den Berg hinauf schleppt.

Vor unserer Tür sitzen zwei Leguane und dösen in der Sonne.
Wir haben einen herrlichen Ausblick auf die ganze Bucht von Manuel Antonio.  Der Urwald reicht hier direkt bis ans Wasser, weißer Strand, vorgelagerte kleine Inseln.
Wir sind an einem wunderschönen Fleckchen Erde angekommen.
 
31.01.1999: Manuel  Antonio
Am nächsten Morgen begrüßen uns  Kapuzineräffchen über unserem Open Air Frühstückstisch. Einige bewerfen uns mit Nüssen und Blättern und wollen Aufmerksamkeit erheischen. Wir zücken prompt die Kamera und tun Ihnen den Gefallen.
Dann geht's in den Manuel Antonio Nationalpark. Es ist Sonntag und der letzte Ferientag in Costa Rica. Unglaubliche Horden von Menschen fallen in den wunderschönen Park ein. Zum Glück bleiben die meisten an den Traumständen liegen. Auf unserem Weg treffen wir trotzdem noch Menschen und auch viele Tiere, die sich dieses " Menschentheater" nicht entgehen lassen wollen. Neben Kapuzineräffchen tauchen nahe Verwandte mit einem Totenkopfgesicht auf. Waschbären stehen neben den Imbissbuden und hoffen auf Tortillareste. Zuletzt ein großer  Tumult vor einem hohem Baum. Menschen mit Kameras halten auf ein schlafendes Faultier im dritten Stock. Wir auch.
Abends wird es leer in Manuel  Antonio. Die Ferien sind zu Ende. Wir nehmen ein Bad bei Sonnenuntergang, essen Pizza und gehen schlafen.

01.02.1999: San Isidro
Wir brechen auf Richtung Süden. Auf unserem Weg Richtung Golfito steuern wir als Stopover San Isidro an. Der Einstieg in den Bus erinnert an alte Schulzeiten. Birgit drängelt besonders dreist und erwischt den letzten Sitzplatz. Ich stehe im Bus. 60 km im 3 Stunden auf einer Schotterpiste. Viele verschlafene Dörfer auf dem Weg. Der Busfahrer murmelt was vom " aufstrebendem Tourismus". Zwei Kilometer vor San Isidro steigt eine Señora aus. Ich darf sitzen. 10 Minuten später steigen wir aus. Ein Städtchen für Durchreisende. Zu essen gibt es hier nur Pollo, zu Deutsch Hähnchen, ich entscheide mich trotzdem für einen Hamburger mit Pommes. Das Bett ist ganz nett, die Dusche auch,20 Dollar.

02.02.1999: Golfito
Im Bus nach Golfito wieder nur Stehplätze. 4 Stunden durch eine phantastische Landschaft, viel Urwald, Ananas Plantagen, Zuckerrohr aber auch große Rodungsflächen. Es wird immer schwüler. Als wir in Golfito ankommen schüttet es wie aus Eimern. Wir steigen aus dem Bus und sind in einer anderen Welt. Feuchtheiße Luft. Der Urwald dampft. Sehr ärmliche Umgebung , aber  ungemein photogen. Golfito beherbergte vor vielen Jahren den Stammsitz der United Fruit Company. Von hier wurden Bananen in alle Welt verschifft. Irgendwann wurde der Standort unrentabel. Jetzt leben hier viele Menschen in Armut. Viele Bordells in heruntergekommenen Hütten.
Wir begeben uns in das beste Hotel auf unserer Reise, ins Samoa. Direkt am Meer mit Restaurant unter Palmendach, Zimmer mit Klimaanlage, Super Betten, 1a Bad, alles für 30 Dollar. Wir haben zum ersten Mal gehandelt, denn viele Touris verschlägt es nicht in diesen gottverlassenen Ort.
 

An einer Bucht im Corcovado 
Nationalpark, westlich von Golfito 

03.02.1999: Umgebung Golfito
Als wir um 8.00 Uhr ausgeruht zwei Schritte ins Freie machen , fallen wir fast um. Es ist nahe 30 Grad, schwülwarm. Wir wollen ins Refugio nacional de Flora y Fauna Silvestre, einen Moment zögern wir, dann heißt es aber: "Wir sind doch nicht zum Spaß hier" und los geht's. Nach 10 Minuten Wanderung, noch auf der Hauptstraße,  kommen erste Zweifel. Wer wandert bei so einem Wetter? Außer uns niemand, also weiter. Im Refugio angelangt sind wir begeistert. Urwald, mit Trampelpfaden. Der Weg führt uns durch unterschiedliche Vegetation zu zwei malerischen Wasserfällen. Unterwegs treffen wir Biologiestundenten, die hier Wasser und Tiere untersuchen. Sie sind in ihre Arbeit vertieft, kümmern sich nicht um die Gringos. Es ist still dort ,unheimlich, nach drei Stunden schleppen wir uns mit letzter Kraft durch die sengende Sonne zu unserer Unterkunft zurück. Nachmittags sitzen wir auf einem Bootsanleger, sind von der Natur begeistert. Ein Pelikan auf dem Anleger weniger, denn dies ist offensichtlich sein Plätzchen für die nachmittägliche Siesta. Wir vertragen uns trotzdem.

04.02.1999: Puerto Jimenez( Halbinsel Osa)
Wir hätten in Golfito noch Tage bleiben können, wollen aber weiter. Auf einer kleinen Kaschemme geht es über den Golfo Dulce zur Halbinsel Osa nach Puerto Jimenez. Ein bisschen fühlen wir uns wie Boat people. Neben uns Ticos( Volksmund: Bewohner Costa Ricas), die auf der 90 minütigen wackeligen Überfahrt Whiskey trinken und singen. Das Klima auf der Halbinsel Osa ist noch extremer als in Golfito. Es ist heiß, feuchte Luft, ideales Klima für Moskitos. Bei der Unterkunft sind wir daher diesmal besonders vorsichtig. Da wo die Moskitogitter an den Fenstern dicke Löcher haben, lehnen wir das Angebot der freundlichen Señoras dankend ab. Schließlich landen wir im teuersten Haus am Platz, 40 Dollar, ein stolzer Preis, dafür aber mückensicher und  vom Bad aus freie Sicht auf die Mangroven Sümpfe direkt hinterm Haus.

05.02.1999: Puerto Jimenez ( Halbinsel Osa)
Es ist zu heiß für Aktivitäten. Im Ort sehen wir eine rotes Ara Pärchen auf einem Baum in Kamerahöhe und halten drauf. Ansonsten ist dieser Ort total verschlafen. Wir schließen uns dankend an und gammeln in den Tag hinein.
Ach So, in den Corcovado Nationalpark (Photo s.o.) wollten wir eigentlich auch noch, aber drei Tage ist wohl Minimum, totaler Mückenstress inklusive, so berichten uns andere Traveller. Das tun wir uns dann doch nicht an.

06.02.1999: Alajuela
Wir wollen wieder zurück ins Zentraltal nach Alajuela , um von Kalles Unterkunft Richtung Norden zu starten. Mi dem Bus würde das zu viel Zeit in Anspruch nehmen. So entscheiden wir uns für den Flieger und marschieren zum "Flughafen" Puerto Jimenez. Wir haben vorher reserviert. Die Tickets erhalten wir an der Landepiste von der freundlichen Señora, die uns diese in einem Hinterhof am Vortag verkauft hat. Unsere Rücksäcke werden auf eine Sackwaage gehängt, schließlich hat der Flieger nur begrenzte Kapazitäten. Auch sonst erinnert dieser " Flughafen" eher an eine Busstation zwischen zwei Dörfern im Sauerland. Kurz bevor unsere "12 Personen Turboprobmaschine" landet, überqueren eben flott zwei Kinder mit ihren Rädern die Landebahn, no Problem.
Der Flug nach Alajuela entlang der Küste ist toll, der Anflug ins Zentraltal reichlich wackelig. Aber wir sind gut angekommen. Fast wie zu Hause , wieder bei Kalle und Gitti sitzen wir abends auf der Terrasse im Garten. Es gibt Hähnchenpfanne, Reis, Brokkoli und Bier. Was will man mehr.



Wieder bei Kalle und Gitti im Garten
in Carillo de Poas, nahe Alajuela.

07.02.1999: Fortuna
Um 9.00 Uhr sitzen wir im Bus nach Fortuna. Wir wollen zum Arenal, einem der aktivsten Vulkane der Erde. Der Himmel ist klar, kein Wölkchen zu sehen. Wir kommen in Fortuna an, suchen uns eine nette Unterkunft, kommen aus unserem Zimmer, blicken Richtung Arenal und... sehen nichts. Alles total bedeckt, innerhalb von 20 Minuten. So eine Sche.... Wir gehen Eis  essen, laufen in dem Ort rum. Alles wenig aufregend. Der Vulkan bleibt verhüllt. Wir kriegen schlechte Laune. Maulen uns an. Beim Abendessen sind sowohl der Ober als auch das Essen eine Katastrophe. Auch solche Tage müssen sein.

08.02.1999: Los Chiles( Cano Negro Tour)
Also kann uns der Arenal zunächst gestohlen bleiben, wir haben die Cano Negro Tour gebucht. Mit einem Kleinbus voller Amis und einem einheimischen Reiseleiter, der sich zunächst hartnäckig weigert, spanisch zu sprechen, brechen wir auf Richtung Norden, zur Landesgrenze nach Nicaragua. Wir kommen in Los Chiles an, ein geschäftiger, aber trostloser Grenzposten . Wir werden auf ein Boot verfrachtet und ab geht die Post auf dem Cano Negro und dem Rio Frio durch den Dschungel. Nur zwei Minuten später: "Stop", brüllt der Guide, "dort am Ufer hinter einem Blatt ein King-Fisher". Der Mann hat Adleraugen denken wir, nur Blätter sehend, aber die amerikanischen Ornithologen auf dem Kahn juchzen vor Begeisterung. Als der Mann dann auch noch ruft: Page 1027, last picture on that page, kennt der Jubel der Amis keine Grenzen.  (Gemeint ist wohl ein Welt-Vogel-Standardwerk o.ä.).  

Es folgen in loser Folge jede Menge Kaimane( grimmig guckend), Kormorane, Rosa Löffler( keine Hasen!!!), Störche, ein kleiner roter Vogel( Page 10???), Drei- Finger -Faultiere( im Baum schlafend), Leguane, Brüllaffen( brüllend) und ganz versteckt im Gehölz eine Eule( hat keiner gesehen, außer dem Guide, der vermutlich mit allen Tieren dort feste Arbeits- bzw. Anwesenheitsverträge abgeschlossen hat). Wir haben Glück. Die Sonne scheint, um uns herum glücksselige Ornithologen. Es hat wirklich Spaß gemacht und viel gesehen haben wir auch. Abends zurück zum Arenal. Dieser ist, so erkennen wir mit den letzten Sonnenstrahlen, immer noch leicht vernebelt. Also hoffen wir auf morgen.

09.02.1999:( Fortuna/ Tabacon Resort)
Immer noch  liegt der Vulkan unter Wolken. Wir wollen aber nicht länger am Ort warten, sondern schwingen uns in ein Taxi und fahren mit dem Taxi dem Arenal entgegen. Direkt am Fuße liegt das Tabacon Resort. Eine Art Naturschwimmbad. Das Wasser wird vom Vulkan beheizt und zwar auf exakt 38 Grad. Ein wunderschönes Ambiente hat das Ganze. Hier haben findige Garten- und Landschaftsbauer ganze Arbeit geleistet. Beim planschen dort, schwimmen kann man bei der Hitze nicht, merken wir kaum, wie der Himmel mehr und mehr aufreißt und wir so langsam aber sicher in der Sonne verbrennen." Da",  der Blick aus dem Wasser zum Himmel, da ist er, der Arenal. Der Vorhang ist auf. Man sieht deutlich die Lavaströme, die sich vom Gipfel ins Tal schlängeln. Stark, ganz stark, das Ausharren hat sich gelohnt. Es ist nachmittags. Horden von Rentnern aus Amiland fallen in das Schwimmbad ein. Wir hauen ab, wollen Richtung Monteverde.



Unser Objekt der Begierde. Der Arenal,
einer der aktivsten Vulkane der Erde.


Trampen ist in Costa Rica nicht sehr empfehlenswert. Auch jetzt hält mal wieder kein Schwein. Nach 1.5 Stunden hält ein junger Baske in einem Mietwagen. Er wolle nach Monteverde spricht dieser in reinstem baskisch und wundert sich, dass Birgit in reinstem Oxford Spanisch (oder wie nennt man das?) antwortet: "Welch ein Glück, wir auch". Normal hatten wir zwei Tage eingeplant für die doch mühsame Anreise in das Gebiet des berühmten Nebelwaldes von Monteverde. Der Baske Juan tritt ordentlich aufs Gaspedal und philosophiert mit Birgit über Basken und die Unabhängigkeit. Ich verstehe kein Wort. Bis Tilaran kommen wir gut durch. Was sich dann in den nächsten zwei Stunden auf 20 km Wegstrecke abspielt, hat weder was mit Autofahren, noch mit Straße zu tun. Juan manövriert das Auto von einem riesigen Schlagloch zum anderen. Es wird dunkel, Beschilderungen gibt es schon lange nicht mehr. Wir halten an, fragen einen Menschen, der hier lebt, nach dem Weg. Der spricht leicht undeutlich folgenden Text: "Erst links, oder besser rechts, dann geradeaus oder links und dann rechts oder links". Der Kerl ist voll wie ein Bus. Wäre ich auch, wenn ich an dieser Piste leben würde. Nein . im Ernst, was wir noch vom Urwald erkennen können is toll. Endlich, endlich kommen wir an. Wir danken dem Basken  und nehmen im El Establo in Monteverde unser Quartier für unsere letzten Tage in Costa Rica. Das Personal, alles Dänen, ist super freundlich, das Hotel ganz in Holz gehalten, strahlt Wärme aus. Das  Zimmer ist geräumig. Wir schlafen wie die Murmeltiere.

10.02.1999: Monteverde/ St. Elena
Wir trauen unseren Augen nicht, als wir am nächsten Morgen die Augen aufmachen und aus dem Fenster schauen. Mitten im berühmtesten Nebelwald der Erde scheint um kurz nach 8 die Sonne. Es ist über 20 Grad warm. Wie wir vom freundlichen Portier erfahren, haben wir totales Glück. Wir sind zu Beginn einer Schönwetterperiode angekommen, die bis zu unserer Abreise anhalten wird. Für diese Zeit sehr unüblich. Wir machen uns umgehend auf den Weg in das ca. 6 km entfernte Monteverde Reservat. Neben uns auf der Straße ein Bus, er ist nicht schneller als wir, also steigen wir "während" der Fahrt zu und fahren bis zum Parkplatz des Reservates.
Im Reservat soll man neben dem Nebelwald auch viele Tiere sehen. Diesen Trick kennen wir aber schon und marschieren einfach so los. Gut, dass wir vor Tagen die Ornithologen aus Amiland getroffen haben, so sehen wir nach wenigen Minuten einen blue-crown... Ein wunderhübscher Vogel. Die Seite im Vogelbuch wissen wir allerdings nicht. Birgit sieht Stunden später "angeblich " von hinten schräg ein Agouti (Wird das überhaupt so geschrieben?). Ich glaub ihr kein Wort. Sollte wohl der Ausgleich sein, da ich den blue... entdeckt hatte.  Die Wanderung durch den Nebelwald ist faszinierend. Eine Tour mit Steigungen und ganz schöner Länge. Weitere Tiere sehen wir, wie erwartet, nicht. Erst als wir das Reservat erschöpft verlassen und unser Eintrittsgeld also quasi abgearbeitet ist, sieht Birgit tatsächlich einen Quetzal, den prächtigsten Vogel der Tropen in Rot und Grün. Ein sehr seltenes Tier, das sich geschickt zu tarnen versteht. Ich sehe ihn leider nicht( zu gut getarnt), muss es Birgit diesmal aber glauben, denn weitere 50 Leute bestätigen dies,  in dem sie ehrfurchtsvoll mitten in den Wald glotzen. Trotzdem muss ich darauf bestehen, dass unser interner Wettbewerb " Tiere sehen" 1:1 endet( Das Aguti  lassen wir mal gelten). Der Quetzal jedenfalls war eindeutig außerhalb des Reservates, also zählt er nicht.
Nachmittags schleichen wir dann noch zur Ecological Farm, warum sie so heißt, wissen die Kartenverkäufer auch nicht, aber hier kann man schon am Eingang für einen Dollar ein Dutzend kleiner süßer Nasenbären sehen, also machen wir die Tour. Wir sehen noch einen Brüllaffen, haben schöne Aussichten, sind abends total kaputt. Bei Pizza entscheiden wir, was wir schon geahnt haben. Wir bleiben noch hier.

11.02.1999: Sta. Elena
Vom Hotelpersonal wird uns der "Sky walk" in Sta. Elena empfohlen. Wir fahren mit dem Taxi hin.  5 Hängebrücken über ca. 120 m Länge und bis zu 100 m Höhe über dem Blätterdach des Urwaldes. Ich bin erstaunlicherweise dabei, obwohl nicht schwindelfrei. Der Urwald von oben, eine überraschende Perspektive. Ich brauche nicht extra erwähnen, dass wir während der 2 Stunden einen Brüllaffen sehen. Ein Mitarbeiter des Parks brüllt, der Affe brüllt eine Schlucht weiter zurück. Cleveres Kerlchen. Orchideen wachsen auf den Bäumen. Ein Pilz ist blau. Wir gehen diesmal zurück nach Monteverde. Ein weise Entscheidung, bei der sengenden Mittagshitze. Ich kriege durch mein T-Shirt einen höllischen Sonnenbrand. Im Hotel machen wir erst einen Mittagsschlaf, dann setzen wir uns vor unser gemütliches Hotel und lesen bis die Sonne untergeht. Herrlich. Dann essen wir noch Gnochis und gehen zu Bett.


Unberührter Tropenwald in Monteverde

12.02.1999: Monteverde
Wir brechen auf zu unserer vorerst letzten Tour: Ziel ist der Bajo del Tigre im " Bosque Eterno de los Niños". Zu deutsch, der Regenwald der Kinder. Schwedische Schulkinder haben in einer beispielhaften Aktion mit vielen Spenden dieses Land erworben, um es vor den drohenden Rodungen zu schützen. Mittlerweile hat diese Aktion etliche Nachahmer gefunden. Der Natur kann das nur gut tun, denn auch in Costa Rica ist das Verhältnis zwischen Umweltschutz und Ökonomie nicht ungestört.
Wir gehen ein steilen , zum Teil unbefestigten Weg durch dichte Vegetation. Es ist schon sehr unheimlich. Andere Traveller sehen wir nicht. Birgit sah erneut ein "unsichtbares " Tier , das vor ihr durchs Gebüsch verschwand. Am Ende sahen wir auch hier  keine Tiere. Als wir die kraftraubende Tour beendet haben und auf dem Heimweg sind, stehen an der Straße einige Touris wild gestikulierend vor einem großen Baum. Oben sehen wir tatsächlich wunderschöne grüne Tucane.
Damit steht das Fazit  in Sachen Tierbeobachtung auf Costa Rica für uns fest. Überall dort wo in Reservaten, Naturlehrpfaden etc. auf Schildern oder in Prospekten grandiose Tiere des Urwaldes angekündigt werden, sind bestenfalls " unsichtbare Agoutis" zu sehen. Auf irgendwelchen x- beliebigen Straßen aber braucht man  nur darauf zu achten, ob irgendwo mehr als vier Touris zusammenstehen und gebannt irgendwohin glotzen. Schon sieht man Quetzale, King Fisher...Nun ja.
Abends müssen wir dann unser Hotel doch noch für eine Nacht wegen Überbuchung wechseln. Aber auch jetzt zeigt sich das Personal professionell. Ein Anruf und wir landen zum selben Preis in einer Nobelunterkunft fast gegenüber. Hier ist man zwar nicht ganz so nett, aber dafür ist der Sonnenuntergang, den wir vor unserem Zimmer am Meer bestens verfolgen können, absolut einmalig. Grandios.

13.02.1999:Alajuela
Unsere Reise geht zu Ende. Und mit uns verabschiedet sich auch die Schönwetterperiode, die wir 18 Tage lang genossen haben. Als wir um 6.30 Uhr in Monteverde in den Bus nach Alajuela einsteigen, kriegen wir den ersten Regen überhaupt ab.
In Alajuela ist es noch schlechter, wir shoppen ein wenig, fahren nachmittags zu Kalle und Gitti. Wir trinken auf der Terrasse  zunächst Kaffee und erzählen bis in den späten Abend neu angekommenen Travellern über unsere Reiserfahrungen. Die hören gespannt zu.

14.02.1999: Abreise
Unser definitiv letzter Tag. Um 19.30 geht unser Flieger. Morgens beim Frühstück taucht  wieder ein Österreichischer Wissenschaftler auf, der in Costa Rica in Sachen Schutz des Regenwaldes seit Jahren unterwegs ist. Er ist ebenfalls  auf dem Weg Richtung Heimat und macht einen letzten Stopover bei Kalle und Gitti. Schon zu Beginn hatten wir ihn kurz bei der Anreise begrüßt. Jetzt haben wir die Gelegenheit mit ihm eine Wanderung zu machen.
Er ist von Hause aus Human- Ökologe und Zoologe an der Uni Wien. Ein äußerst gebildeter Mann, der während des Spazierganges durch das Hochtal tausende Details zu Flora und Fauna zum besten gibt. Ein echtes Highlight für uns zum Abschluss.

Abends geht es ab zum Flieger. Wir verabschieden uns von Kalle und Gitti. Wir sind bis heute in Kontakt und kommen garantiert wieder.
 
 Ende

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