
Die Fakten:
Fläche:
454 qkm
Bevölkerung:
72000
Pro Kopf-Einkommen: 6210 US $
Hauptstadt:
Viktoria
Staatsform:
Republik
Sprache:
Englisch, Französisch, Kreolisch
Währung:
1 Seychellen Rupie= 100 Cents
Naturraum:
Zur Inselgruppe im Indischen Ozean gehören mehr als 90 Inseln, von denen
weniger als die Hälfte bewohnt ist. Nur die größeren Inseln sind gebirgig und
von karger Vegetation bedeckt. Es herrscht tropisch-ozeanisches Klima. Durch die
200 Meilen-Zone erstreckt sich das Staatsgebiet auf über 1 Mio. qkm. Die
Badestrände von Mahe, das Naturschutzgebiet auf Praslin sowie die Insel La
Digue sind die wichtigsten Reiseziele.
Politik:
Die von Vasco da Gama 1501 entdeckten Inseln wurden 1756 französische 1794-1811
englische Kolonie und besaßen seit 1903 den Status einer britischen
Kronkolonie. Auf die Unabhängigkeit 1976 folgten Jahre politischer
Instabilität, in denen die Verfassung durch einen Putsch außer Kraft gesetzt
wurde. Auch nach der Zulassung anderer Parteien(1991) hält sich seit 1983 die
Einheitspartei SPPP an der Macht.
Wirtschaft:
Hauptexportgüter sind nach wie vor Fisch, Kopra und Zimt. Das größte
Wachstumspotential birgt der Ausbau touristischer Dienstleistungen. Eine
Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung seit 1991 führte zu einem
umfassenden Privatisierungsprogramm, das die bisherige dirigistische
Wirtschaftspolitik ersetzen soll.
(Lit.: Neuer Großer Atlas der Welt, Serges Medien 1997)
Seychellen:
La Digue und Praslin - 14 Tage im Dezember 2002
Sa./So.07.12.2002/ 8.12. 2002: Abflug München/
Ankunft Mahe/ Weiterflug Praslin/Fähre La Digue/ Ankunft im Calou Guesthouse/
Erste Eindrücke
Air Seychellen Flug pünktlich um 19:45 nach
Mahe via Rom. Fast leer der Flieger. 50 Leute etwa können sich zunächst breit
machen. Aber in Rom steigen weitere 100, meist Top gekleidete Italiener dazu und so ist der
Flieger 2/3 voll.
Wie gehabt sehr freundliches Personal, sehr guter Service und gutes Essen.
Beinabstand sicher besser als bei Air France und anderen europäischen
Billiganbietern. Der Flug, ca 9 Stunden, absolut ruhig, wir können sogar 3-4
Stunden nachts fest schlafen.
Pünktlich morgens um 09.00 Uhr Landung auf Mahe. Heiß ist es, 30 Grad etwa.
Die Einreiseformalitäten mal wieder ziemlich lahmarschig. Ja ja, der
Amtsschimmel wiehert hier teilweise lauter als bei uns zuhause.
Koffer und ab. Wir sind gerade aus dem Check Bereich raus, steht er auch schon
da. Matthew. Unser Mann von Blueoceantravel. Keine Schleichwerbung, die ich hier
mache, sondern aufrichtiges Lob für Preis und Leistung, Service und Betreuung
unseres Veranstalters. Wirklich Allererste Sahne. Und, das ganze erinnerte mich
während der 14 Tage immer an die Geschichte mit dem Hase und dem Igel. Kaum
waren wir nach irgendeinem Transfer oder Flug oder Taxifahrt von A nach B
angekommen, war schon ein Mitarbeiter da. Immer locker, unaufdringlich,
kompetent. Ja , kann's denn nicht immer so sein. Wobei, ganz ehrlich, so viel
rundum sorglos Betreuung, müsste es für uns Dauer Traveller wirklich nicht
sein, aber , was soll's.
Matthew organisiert blitzschnell unseren Praslin Inlandsflug und 45 Minuten später
sitzen wir in einer ziemlich nagelneuen Turbo Prop Maschine mit etwa 20 Leuten.
Der Flug nach Praslin, ca. 15 Minuten, mit phantastischen Ausblicken auf die
Inselwelt rund um Mahe. Aus dem Flieger raus, Koffer und ab ins Blue Ocean Taxi,
das natürlich schon wartet. Rüber zum Fährhafen, denn wir wollen zunächst
eine Woche nach La Digue. Mit einem kleinen Boot, es sind grad mal 10 Leute
drauf, geht’s 30 Minuten über ruhige See. Die Ankunft, Was ist das ??? keine
Ochsenkarren, ein asphaltierter Weg??? Times are changing, logo. Hmm,
de Ochsenkarren gibt's schon noch, aber nur für speziell anrückende Tages-Touri
Horden.
Mit dem Taxi also blitzschnell 500m bis
zum Calou-Guesthouse.4 kleine Bungalows, sauber, ordentlich, netter Besitzer (Klaus
aus München), sehr gutes Essen.
Nach Begrüßungs- Bier sind wir ziemlich groggy, aber trotzdem raus zum ersten
Spaziergang. Sonntag mittags. Alle Mountainbike Verleiher haben dicht.
Wir laufen am Hafen vorbei, um die Nordspitze herum bis zur Anse patates.
Es ist mördermässig heiß, jeder Meter tut weh. Ab ins Meer zur ersten Abkühlung.
Wir sind kaum draußen, dösen auf der Decke im Schatten, da
gibt’s dramatisches:“ Help, hörn wir es rufen , immer lauter und
schon sehn wir einen älteren Herrn , der nur fünfzig Meter rausgeschwommen,
gegen die Strömung keine Chance hat und immer weiter ins Meer raustreibt. Oje,
Oje. Zum Glück eilen bereits Einheimische herbei, mit langen Stöckern. Sie nähern
sich vorsichtig dem Mann und kriegen Ihn gottseidank wohlbehalten ans Ufer. Uff.
Was für ein Auftakt. Aber ganz klar. Aufgepasst. Fast überall, wo`s gefährlich
ist, findet man Schilder und die sollte man unbedingt beachten.
Abend s bei Klaus am langen Restauranttisch gibt’s sehr leckeres Buffet.
Und leckeres Bier (seybrew). Bei Klaus nur 15 Rupies, also 3 € für
0,28 l. Auf das Thema komm ich noch zurück. Wir schlafen nachts trotz Hitze wie
die Murmeltiere.
Montag, 09.12.2003:
La Digue: Grand Anse, Anse Songe, Anse Source dàrgent
Wir haben uns nachts auch nicht von den Hähnen La Digues beeindrucken lassen
und auch nicht von diversen Fröschen oder Vögeln. Alle veranstalten so ab
04:00 morgens ein ziemliches Spektakel, das man einfach ignorieren muss. Feste
Schlafen hilft am besten. Aufregen dagegen nützt gar nix.
Einige ganz unruhige Touris sollen übrigens Nacht für Nacht auf Pirsch gewesen
sein. Ziel waren dabei aber nicht die hübschen Mädels auf der Insel, sondern
vielmehr radaumachendes, renitentes Vogelgetier. Im Ernst, es ist halt Natur,
fertig.
Um es gleich vorweg zu sagen und um es nicht ständig zu wiederholen. Trotz Nord
West Monsun und jahreszeitlich bedingter hoher Regenwahrscheinlichkeit hatten
wir saumäßiges Glück mit dem Wetter. Es wird einen halben Tag lang schütten
auf Praslin. Ansonsten schon ungewöhnlich heiß mit ständig über 30 Grad, bei
wolkenlosem Himmel und das 13 Tage lang.
Nach einem guten Frühstück bei Klaus geht’s ab zum Fahrradverleiher Tati,
unweit des Hafens. Also, hier sei mal vorsichtig Kritik geübt. Viele Räder sind nicht
so doll. Man muss schon hartnäckig bleiben , um für 35 Rupies am Tag (bei 6 Tagen Nutzung sind das stolze 40 €), eine halbwegs taugliche Kiste zu
bekommen. Es gibt auch auf la Digue nämlich schon so´n paar nette Steigungen ,
die man ohne eine vernünftige Schaltung mit absoluter Sicherheit nicht bewältigt.
Es gibt übrigens rund um den Hafen diverse Verleiher. Also ruhig mal
kurz vergleichen. Preise sind allerdings überall gleich.
Wir fahren nach Süden Richtung Grand Anse. Ein wunderschöner Weg, ca. 4 km,
zum Ende hin durch wunderschönes, hügeliges Waldgebiet.

Die Grand
Anse, ein breiter Strandabschnitt mit höchst unterschiedlichen
Schwimmbedingungen. Teilweise sehr ruhig, dann enorme Wellen und höllische Strömung.
Aufgepasst also. Und, Schatten ist rar. Wer hier in den ersten Tagen nach der
Ankunft sich in die Sonne knallt, sollte sich in Acht nehmen. Zwischen 11 und 15
Uhr knallt die Sonne dermaßen, dass man trotz jedwedem Sonnenschutz verbrennt.
Nach einer kurzen Erfrischung im Meer( bei 26 Grad), verziehen wir uns gegen
Mittag, radeln etwas zurück und biegen ab zur Anse Songe. Die Fahrräder an die
Ecke gestellt, geht’s über Klippen, über Stock und Stein ca. 20 Minuten. Die
Anse Songe ist fast immer menschenleer. Kaum ein Touri müht sich ab, hierhin zu
kommen. Es gibt auch wenig Schatten, aber paar nette Photoperspektiven.
Wir schleppen uns bei sengender Hitze ins Calou zurück. Birgit pennt in der
hauseigenen Hängematte(klasse) sofort ein.
Am späten Nachmittag(das Licht wird für gescheite Photos erst jetzt wieder
interessant) radeln wir zum Top HIT der Insel. Die
Anse Source dargent. Unzählige
Bounty und Bacardi Reklamen wurden an diesem Traumstrand gedreht. Türkisfarbenes
Wasser, imposante Granitfelsen, weißer Sand , Palmen, einfach genial. Wir
planschen etwas in ca. 30 Grad heissem Wasser und anschließend werden die
Kameras gezückt. (sorry, ich kanns immer noch nicht ). Ach so. Die Inselregierung hat ob der Attraktivität dieses
Fleckchens Erde die Gegend rund um diesen Strand
zur „Highlight Zone“ erklärt und verlangt pro Tag/Nase 3 Euro/Dollar
Eintritt. Eine Aktion, die nicht bei allen Tourist auf Verständnis stößt. Wir haben auch die Kohle abgedrückt, etwas zähneknirschend,
aber was sollen wir uns über eine Entscheidung der Regierung
aufregen. Die Haltung der Regierung zum Tourismus insgesamt ist ja ähnlich.
Man lässt im Jahr ca. 130.000 Leute in dieses Paradies. Und die, die kommen
wollen, sollen eben auch zahlen. So einfach ist das.
Dienstag, 10.12.2002: Anse Patates, Anse Gaulette,
Anse Formis, Grand Anse
Es geht vorbei am Hafen und am Friedhof , um die Nordspitze La Digues herum, zunächst
bis zur Anse Patates. Es ist noch früh und gegen 9.00 Uhr ist noch passables
Photolicht. Bei meinen bescheidenen Fotokünsten ist das ja ziemlich wurscht,
aber Birgit hat bei ihren Dias
schon andere Qualitätsmasstäbe und dazu gehört eben vor allem der Lichtfaktor.
Auf dem Weg einige kleine Hotelanlagen, einige Privathäuser und auch Häuschen,
die an Touris komplett vermietet sind. Wir fahren weiter zur Anse Gaulette, Anse
Bananas. Gegenüber von diesem Strandabschnitt die Inseln Felicite, Marianne und
die Souers.
Wir strampeln weiter zur Anse Fourmis und
wollen grad richtig durchstarten , als der Weg abrupt aufhört und Klippen
beginnen.

Ups... Zwar hatten wir das kartenmässig vorher so in etwa gesehen,
aber an einen so unvermittelten Stopp hatten wir nicht gedacht. Wenn man denn
weiteradeln könnte, könnte man über die Anse Cocos
herum zur Grand Anse. Mist, wär so schön gewesen. Aber irgendwo hab ich
gelesen, geht’s da auch rum, über die Klippen....mal schaun.. das werden wir
in den nächsten Tagen mal angehen.
Na gut, kurze Erholung im Wasser. Und kleines Mittagsschläfchen im Schatten am
Meer kann auch nicht schaden. Die Photos sind ja immerhin im Kasten.
Mittags verpflegen wir uns kurz im Supermarkt. Hefegebäck ist am günstigsten.
Ein kaltes Bier dazu. Das passt. Ach so, trinken nicht vergessen. Viel Wasser
trinken, vor allem, wenn man, wie wir, noch einigermaßen viel radelt und sich
bewegt in der Hitze. Wer es versäumt , wird schnell mit Mörderkopfschmerzen o.ä.
bestraft.
Wir schwingen uns gemächlich aufs
Rad und wieder ab zur Grand Anse. Hier ist heut Nachmittag Wellenreiten
angesagt. Ganz schöne Kracher kommen rein . Auch die einheimische Surf Elite
rollt an und bestätigt unseren Eindruck.
Mittwoch, 11.12.2002: Nid´d Aigles
Es wird immer heißer. Um überhaupt noch Aktivitäten zu starten, muss man
immer früher raus. Um 5:49 rappelt der Wecker(äh, haben wir nicht urlaub???!!!). Wir haben uns in aller Bescheidenheit vorgenommen, mit dem Radel
die höchste Erhebung La Digues, den Nid´d Aigles, ( das Adlernest) in ca. 265
m Höhe zu erklimmen. Na ja, hört sich ja erst mal nicht so wahnsinnig
problematisch an. Wir sind mountainbikemässig auch durchaus nicht ganz
unbedarft, also los.
Was wir in unserem Überschwang natürlich völlig übersehen haben. La Digue
ist sehr klein. Überall ist man fast auf Meereshöhe. Das heißt: Mörderanstieg
auf kürzeste Entfernung. Die ersten 500 Meter geht’s ja noch. 8-10 % schafft
man noch bei der Hitze. Es sind immerhin bereits 28 Grad um viertel nach sechs
in der früh. Aber dann wird's kriminell. 20, teilweise 25-30 % Steigung. Runter
vom Rad. Aber selbst das Schieben ist total anstrengend. Dafür wird der Blick
zurück über die Insel immer genialer, logo. Unterwegs staunen jetzt einige früh
aufgewachte Kids über die schwitzenden Gringos, die sich hier morgens um halb
sieben an ihrem Häuschen vorbei den Berg hochschleppen. Wir vermuten, dass wir
heute für das Tagesgespräch bei den Leuten an der Strasse gesorgt
haben. Uffffffff. Oben angekommen. Was für eine Aussicht, eine echte Belohnung.
Und zurück, Schussfahrt???.Denkste. Beide Hände an den Bremsen festgeklebt.
Die Augen sturr auf den Boden gerichtet. Höllisch gefährlich kann ich nur
sagen. Pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück sind wir wieder im Calou. Völlig
durchgeschwitzt und abgekämpft. Die gerade aus ihren Bungalows gekrabbelten Nachbarn empfangen uns mit Blicken, die nur eine Schlussfolgerung zulassen:“
Jetzt spinnen sie total“. Egal.
Der Rest des Tages, wie vermutet, abhängen und relaxen an der Grand Anse.
Donnerstag, 12.12.2002: Grand Anse- Petit Anse-Anse
Cocos- Grand Anse
Der Weg von der Grand Anse über die Klippen ist eigentlich kein Problem. Die
Hitze und der wenige Schatten machen mich aber ziemlich schnell groggy. Dabei
laufen wir an der Petite Anse natürlich
nicht am schattenlosen Strand , sondern durch die Waldbestände. Der Weg zur
Anse Cocos ist kaum zu verfehlen, wenn man sich im wesentlichen an die
ausgetretenen Wege hält. Dann noch mal die Klippen hoch. Irgendwie bin ich
total gar, trotz mitgenommener Wasserreserven.

Die Anse Cocos, ein herrlicher
Strandabschnitt mit kaum Schatten. Etliche alte Häuserruinen zeugen davon, dass
hier mal gewohnt wurde. Am äußersten
linken Ende der Bucht dann eine kleine Lagune, die sich ganz passabel zum
planschen und zum Schnorcheln eignet. Absolut keine Sensationen, aber immerhin.
Schwierig gestaltet sich die Suche nach einem Schattenplatz. Wir quetschen uns
nah an einen Granitfelsen, um der gleißenden Sonne nicht erbarmungslos
ausgeliefert zu sein.
Touris gibt’s kaum hier. Sven und
Maike aus Hamburg haben sich auch bis hierhin durchgekämpft. Ansonsten einige
ganz Sonnenverrückte, die sich auf den langen schattenlosen „Anse cocos
Grill“ gelegt haben. Wer also
etwas in Ruhe planschen will, ohne die
sonst lästigen Strömungen und sich mit paar bescheidenen Fischchen beim
Schnorcheln zufrieden gibt, ist hier ganz gut bedient. Man muss aber auch etwas
Anstrengung in Kauf nehmen. Vornehmlich bei großer Hitze sollte man
morgens nach 8 Uhr losmarschieren. Von der Grand Anse dauerts übrigens gute 45
Minuten, je nach Tempo.
Freitag, 13.12.2002: Anse Fourmis- Die vergebliche Suche nach dem Weg- Grand Anse-
Anse Cocos
Mist. Wir hatten uns ja vorgenommen, von der Anse Fourmis den Weg über die
Klippen bis zur Anse Cocos. Hat nicht geklappt!!.
Wir sind den Einstieg hoch und dann...nur noch völlig steiler Weg, total gefährlich
an den Klippen entlang.. eine Trekking Tour.. Drauf waren wir nicht vorbereitet.
Also zurück. Warum unnötige Risiken eingehen. Aber geärgert hat es uns schon
gewaltig, denn in der Regel finden wir auch mal ganz gut versteckte Wege etc...
Also zum La Digue Abschluss noch mal zur Grand Amse und von dort zur Anse Cocos.
Birgit sucht und findet wieder eine Kokosnuss. Eine Stunde braucht Sie, um das
Ding ohne Werkzeug zu öffnen. Aber die Mühe hat sich natürlich am Ende
gelohnt. Super lecker.
Samstag, 14.12.2003: Überfahrt La Digue-Praslin- Strand Grand Anse
OK. La Digue war genial. Ab
nach Praslin. Die Überfahrt mit der Fähre nur traumhaft. Phantastisches
Wetter, Reggaemusik, cooler Wind. 30 wirklich herausragende Minuten in
traumhafter Umgebung auf dem Meer.
Auf Praslin angekommen. Hier ist wieder mehr los. Auto. Mopeds, Laut. Das Casa
de Maestro, an der im Winter wenig beeindruckenden Grand Anse gelegen( Massen
von Seegras) . Einfach, geräumig, sauber, Essen, fast nur Fisch, aber lecker.
Ok. Der Pool hat ne Reinigung dringend nötig. Der Ventilator im Zimmer konnte
gegen die Mörderhitze , auch nachts, leider nix ausrichten. Und, ein Kühlaschrank
auf dem Zimmer wäre genial.
Eeben los zum shoppen. „Der Inder an der Ecke“
ersetzt auf den Seychellen den „Tante Emma Laden“. Überall Mini Shops mit
zauberhaften Gerüchen, orientalischen Menschen. Das kühle Seybrew hier im
Angebot für nur 10 Rupies. Also 2 €. Prost. Aber billiger geht’s auf den
Seychellen leider nicht. Der Inder hat auch leckeres Gebäck, Super Nüsse( „
Buntes Studentenfutter“) und ähnliches.
Hmm, der Strand gegenüber dem Casa ist jetzt voller Seegras. Wir erspähen eine
kleine Lücke und planschen etwas in seichtem Badewannenwasser. Das muss für
heut reichen. Am ersten Abend wird
man beim Abendessen gefragt , ob man Fisch mag. Wer hier eifrig nickt, so wie
wir, hat berechtigte Chancen, die nächsten 6 von 7 Essen auch tatsächlich
Fisch zu bekommen. Mal mit Kopp, mal Filet, immer lecker und abwechslungsreich.
Sonntag, 15.12.2003: Anse
Lazio- unfreiwillig, geniale Inselrundfahrt zurück
Tja, Busfahren auf den
Seychellen ist so eine Wissenschaft für sich. Morgens um 9:15 stellen wir uns am
Casa an die Strasse, warten auf den Anse Boudin Bus, der uns zur Anse Lazio bringen soll. Der fährt aber nur 2- stündig, wie wir nach eigenen, völlig
leidvollen Warte-Erfahrungen rausbekommen haben.
Heut hält ein privater Pick-Up Transporter, der , sehr geschäftstüchtig, die
Bus Misere nutzt, und die „Bus- wartenden Touristen an der Strecke für 5 Rupies
pro Person einsammelt. Offensichtlich ein lohnendes Geschäft, mit Sicherheit
illegal, aber was soll's.

Anse Lazio ist ein wunderschöner Strand. Keineswegs
bebaut, wie mancherorts im Internet schon zu lesen. Klar, das berühmte Restaurant
Bonbon Plume mit phanatstischer Aussicht aufs Meer.
Breiter Strand, wenig Touris(50 insgesamt). Wir verziehen uns an den Rand
der Bucht, hinter den Felsvorsprüngen sind kaum noch Leute. Herrlich zu baden.
Das Meer hat 25 Grad. Draußen ist es total heiß, über 32 Grad. Auch
Schnorcheln geht an den Felsvorsprüngen, nix sensationelles , aber schon ganz
interessant.
Und dann nachmittags zurück. Gegen 16 Uhr: Der Bus an der Anse Boudin kommt. Es
steht Mont Plaisier drauf. Passt ja, Grand Anse liegt ja kurz davor, also auf
dem Weg. Aber wie gesagt. Busfahren auf den Seychellen.... Der Bus biegt am
Hafen auf mal ab in die Berge und setzt zu einer sagenumwobenen Inselrundfahrt
an. Für 3 Rupies eine Achterbahnfahrt, wie auf der Kirmes. 30 % Steigung mit
der alten Klapperkiste, in total schmalen Haarnadelkurven, immer hart am
Abgrund. Also, das ist nix für zarte Gemüter. Das die Kiste die Steigungen überhaupt
hoch kam, absolut unglaublich. Die Fahrt wirklich fast einmal rund um die Insel.
Ganz geniale Ausblicke. Eine Riesenfahrt für 3 Rupies, sehr empfehlenswert...
wenn man etwas Nervenkitzel ab kann ;-)))
Montag, 16.12.2003: Anse Georgette via Golfclub/Hotelanlage Lemuria
Eigentlich wollten wir vom Ort Grand Anse aus ein Rad leihen und an der
Küste entlangradeln. Aber es ist bei über 32 Grad zu heiß. Und Räder sind
auch kaum zu kriegen. Also Planung umgeworfen. Ab in den Bus Richtung Mont
Plaisier via Flughafen. Kurz vor der Endstation zweigt der Weg ab
nach links zur Nobel Anlage Lemuria. Wir steigen aus. Rest zu Fuss.
Riesiges Areal, mit Golf Anlage, alles vom feinsten hier. Wir erreichen die
Pforte. Sommertags muss man hier richtig Kohle abdrücken, um das Gelände bis
zur Anse Georgette passieren zu dürfen. Heute reicht ein freundliches „
Welcome, please write down your name“, ein freundlicher Officer hat also keine
Probleme mit uns prolomässig gekleideten Normalos.
Wir schlendern durch einen luxuriösen Park. An Golfern vorbei, nobles Publikum.
Nach 20 Minuten die Anse Georgette. Ein phantastischer kleiner Strand. Total schön,
außer uns kamen später noch zwei weitere Touris. Das war's. Tolles Wasser,
super Ausblicke aufs Meer. Paradiesisch. Zurück, kurzer Stopp am Airport.
Klasse. Eine Ampel geht auf Rot , dann Sekunden später, total unvermittelt ,
vom Meer aus Richtung Mahe kommend, die kleinen Turbopropmaschinen, schweben haarscharf
über der Strasse herein. Logo, die Landebahn hat nur 800 Meter. Da zählt jeder Meter. Das muss man gesehen haben.
Dienstag, 17.12.2003: Valle de Mai
Oha, also doch. Nach 10 Tagen der erste Regen überhaupt. Wir wollen mit
dem Bus zum Valle de Mai, der Touri Attraktion auf Praslin.
Auf dem Weg dorthin, fangt es richtig an zu schütten. Als wir aussteigen regnet
immer noch. Aber nach 10 Minuten ist alles vorbei. So nach und nach kämpft
sich die Sonne im Laufe des Tages wieder durch. Aber, Super, nicht mehr so heiß.
Für die 2,5- stündige Wanderung durch den Nationalpark
optimal.
Wir haben ja alles vor Jahren schon mal gesehen und gehört. Kaum Veränderungen,
einige Bäume sind den Stürmen im letzten Jahr zum Opfer gefallen.

Ansonsten weiter die riesigen Palmen, die sagen umwobene Coco de Mer, diverse
Geckos.... und jede Menge Urwaldsound. Ein grandioser Spaziergang. Für jeden
Praslin Besucher ein absolutes Muss. Ach So, 10 Dollar oder 10 € Eintritt, da
hat sich also doch was verändert. Natürlich, ein stolzer Preis.
Mittwoch, 18.12.2003: Anse Lazio: Strand Tag mit etlichen Verletzungen
Nun , auch heute haben wir mal wieder 80 Minuten auf den
Bus gewartet( sind wir eigentlich bescheuert?!).
Ansonsten ein unauffälliger, völlig vergammelter, zauberhafter Strandtag, 30
Grad, überwiegend sonnig.
Wenn da nicht die zahlreichen Wehwehchen wären:
1. Sonnenherpes(Lippe) ->oberätzend -> Labello vergessen-> ging erst
in Germany langsam wieder weg-> total nervig beim Essen.
2. Beim „Kokusnuss an den Granitfelsen werfen“ -> die zurückfliegende
Nuss fliegt vor mein Schienbein -> klaffende Wunde-> mega blauer Fleck.
3. Beim „ Modells beobachten“ am Strand( Filmaufnahmen) -> mit dem kleinen
Zeh voll vor einen Felsvorsprung geknallt-> Prellungà
alle Regenbogenfarben.
Donnerstag, 19.12.2003: Wanderung Cote d´ Or- Anse Boudin- Anse Lazio
Unfassbar. Es ist morgens total bewölkt. Während der Busfahrt Richtung Anse Boudin, fängt es an
wie aus Eimern zu gießen. Prima. Wir steigeneinfach irgendwo aus und starten eine Regen
Wanderung. Die Einheimischen verfolgen uns mit äußerst mitleidigen Blicken.
Aber es macht Riesen Spaß. 25 Grad Warm, Regenklamotten an, Barfuss. Birgit
macht Klasse Photos. Ich besetzte
kurzzeitig ein kleines Inselchen im Meer. Erklimme den Gipfel. Eine Flagge hatte ich nicht zur Hand. Zwischenzeitlich müssen
wir uns unter Palmen flüchten.

Es kübelt dermaßen, unglaublich. Als wir an
der Anse Lazio nach 2 Stunden ankommen, haben wir bei leichtem Regen den
Traumstrand fast für uns allein. Später wird es dann ganz trocken.
Abends gibt’s Haifischcurry mit turboscharfem Kürbissalat. Köstlich.
Freitag, 20.12.2003: Wanderung Mont Plaisier- > Anse Lazio
Ein genialer Abschlusstag. Wir fahren mit dem Bus bis zur Endstation
Mont Plaisir. Schon ordentlich hoch in den Bergen gelegen. Wunderschöne Idylle.
Ein paar Häuschen, sonst nur Wald. Von hier ein 45 minütiger, phantastischer Fußweg zur Anse Lazio. Was für
eine Abkürzung im Vergleich zu der Mörder Bus Route über Grand Anse und Anse
Boudin. Erst ein breiter Waldweg,
dann später eine Schotterpiste, aber schattenlos. Bei der Hitze absolut mörderisch. Wir nähern
und der Küste und sehen von oben nun herrlich Anse Georgette und Anse Lazio.
Ein Abstieg auf immer schmaler werdendem Fußweg. Vorbei an einigen schönen Häuschen.
Bei nassem Wetter ist dieser Abschnitt sicher mit Vorsicht zu genießen,. Da höchste
Rutschgefahr besteht. Uff, war schon anstrengend bei der Hitze. Die Abkühlung
in der Anse Lazio aber genial.
Fazit:
Die Seychellen sind weiter ein Paradies. Überhaupt keine Frage. La Digue, eine
Oase der Ruhe, im Vergleich zu Praslin. Und natürlich schöner. Aber das soll
jeder selber beurteilen. Der Tourismus hält sich immer noch in Grenzen. Sicher
gibt’s paar verrückte Baupläne, aber noch
geht’s.
Das Bier ist schweinemäßig teuer. Warum???
Seybrew wird auf Mahe gebraut. Ok, der Transport auf die Inseln kostet
was, logo. Aber für ein 0,28 l Bier 4 €uro im Restaurant. Das ist schon ein
dicker Hund. Liegts an den hohen Steuern)?? Wie können sich das die
Einheimischen leisten?? Viele saufen von morgens früh bis in die Nacht Seybrew.
Hmm, aber das nur am Rande.
Wir haben für 13 Tage bei BlueOceanTravel( ganz ausgezeichnete Organisation-
fettes Kompliment) , HP, alle Transfers La Digue und Praslin ca. 1450 €
bezahlt. Ein Klasse Preis. Mit Air Seychelles geflogen.
Dazu jeder ungefähr 400 €. Hauptsächlich wegen dem Bier ;-))))). Soll aber
nicht heißen, dass jeder von uns in 13 Tagen 100 Seybrew weggehauen hat ;-))))
Ende
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