Zypern-"
Mit dem Mountainbike rund um Limassol"
Ein Reisebericht aus Januar 2001
25.01.2001: Abreise
Paderborn und Ankunft Lanarca/Limassol
Wieder geht es mit Air Berlin
nach Zypern. Ein letztes Mal kann ich von meinem Heimatflughafen
Paderborn/Lippstadt starten, den dem neuen Flugplan von Air Berlin
entnehme ich, dass damit ab 01.04.2001 Schluss ist. Kann ich
nachvollziehen. Reiseland Zypern bleibt Aussenseiter. Das kann
sich von Paderborn nicht rechnen. Wieder geht es zunächst nach
Nürnberg, denn hier werden alle Zyperninteressierte gesammelt. Im
Flieger von Nürnberg nach Lanarca sind keine 150 Leute. Etliche
Plätze sind frei. Rentner und ältere Ehepaare sind in der
überwältigenden Mehrheit. Die Flugroute führt diesmal über
Budapest- Sofia- Istanbul und Antalya. Der Flug ist ruhig und
sensationell kurz. Der Rückenwind treibt uns in 3 Stunden bis
nach Lanarca.
Als ich in Lanarca das Flugzeug verlasse, das
vertraute Bild. Für den Winter angenehme 16 Grad, der Himmel
allerdings mit etlichen Wolken durchsetzt. Der Transfer nach
Limassol klappt problemlos in 45 Minuten. Ich komme im Hotel
Atlantica an. Was heisst Hotel. Eine grosse Anlage, mit mehreren
Häusern, Pool, Hallenbad, Fitnessräume... Das Zimmer ist sehr
sauber, geräumig, mit Sat TV, Balkon, guter zypriotischer
Standard ohne Luxus. Doppelzimmer zur Alleinbenutzung ohne
Aufpreis. Natürlich. Jetzt erst mal raus und die für mich
wesentlichen Dinge klären. Wo gibt's Mountainbikes, Geld und ein
Internetcafe. Limassol und der Vorort Germassogeia, zu dem das
Atlanatica gehört sind trotz Winterschlaf gut gerüstet und so
erreiche ich nach 5 Minuten das Internetcafe. Halbe Stunde, 1
Pfund, 3,50 DM, na gut. Tastatur und Rechner etwas antiquiert,
aber tauglich und passabel schnell. Rasch ne Mail an Birgit, die
jetzt in Panama rumsaust. Und auch wichtig. Das Wetter: Wetteronline.de
meldet für Limassol für die nächsten 7 Tage Prognose und Trend
Super Wetter, nur Sonne, bei 18 Grad im Schatten. Na, das hört
sich doch genial an.( Und noch besser: Es stimmte absolut). Also,
wo krieg ich ein Mountainbike her, um das gute Wetter sofort zu
nutzen. Ich zahle, gehe raus, schau mich um, aha. 20 Meter
entfernt. Im Laden ist nix los, wie jetzt überall in Zypern. Der
junge Bursche strahlt, denn so ganz viele Kunden hat er in seinem
Kramladen heut noch nicht gesehen. Mountainbikes. 3 Pfund am Tag.
10 Mark. Morgen früh 10:00 abholen. Alles klar. Die Kiste ,
nichts besonderes, aber was will man erwarten, Bremsen und
Schaltung funktionieren. Super, kurzer Blick über die Strasse
aufs Meer und zurück zum Hotel.
Habe Hunger. Im Speisesaal weist
mir der Juniorchef wie allen anderen auch, einen Platz zu. Das hab
ich auch noch nicht erlebt. Aber immerhin verhindert es die
"immer auf dem selben Platz" Manie vieler Touris. Wobei
ich gestehe. Nach einigen Tagen sause ich immer flott vorbei an
dem Einweiser Richtung "Essensstandort" . Immerhin hatte
ich drei verschiedene " Stammplätze". Ach so. Im Hotel,
90% Engländer, einige wenige Deutsche, Schweizer, Holländer, Italiener. In der ersten Woche 90 % ältere Ehepaare
und Rentner. "Alterspräsidentin" ist eine britische
Lady mit 94 Lenzen. Mit dem Laufen ist es nicht mehr so doll. Also geht's
jeden Abend mit einem Kellner am Arm längs des Buffets. Klasse.
Die Lady schlief tagsüber immer draussen auf einer Liege. Bekam
zwischendurch von den sehr hilfsbereiten Kellnern einen Tee
serviert.
Schaute in die Sonne. Nickte wieder ein. Werde ich 94? Das Buffet
ist jetzt und die nächsten 2 Wochen gut, auch vegetarisch und
Salate kein Problem. Zum Essen ein 0,3 Bier. Nachher einen Metaxa.
Zusammen 3,5o Pfund, 13 Mark. Same procedure as the next 13 days.
Noch ne Stunde in meinen diversen Reiseführern geblättert. Tour
für morgen klar. Ab ins Bett.
26.01.2001: Mountainbike Tour:
Atlanatica-Limassol- Akrotiri
Halbinsel( Salzsee), Ladys Mile Beach
Wie gesagt. Wetter Online hatte
Recht. Die nächsten 7 Tage sehe ich keine Wolke. Wachgeworden,
auf den Balkon, oh, noch ganz schön frisch um 8 Uhr. Na ja , erst mal
Frühstück. Buffet, alles da, OK. Um halb zehn kurze Sporthose
an, T-Shirt, Rucksack( Flasche Wasser, 2 Kameras, kleiner
Reiseführer, etwas Geld und ab zum Radverleiher. Der kommt auch
um Punkt 10. Etwas verpennt. Drei Pfund, erst mal für heute
testen. Ab geht's. Richtung Limassol Zentrum. Und aufgepasst.
Linksverkehr. Die ersten Meter fährt man fast reflexartig
verkehrt, nämlich rechts. Gottseidank immer ohne Folgen. Die
Hauptstrasse ins Zentrum ( 4 km). Nur Restaurants, Hotels, Shops.
Touri Meile eben. Klar, kein Vergleich mit Paphos, aber so
schlimm, wie manchmal beschrieben ist es auch nicht. Der Verkehr
hält sich noch in Grenzen. Die Autofahrer nehmen
erstaunlicherweise Rücksicht. Zwischendurch linke Hand, kurze
Blicke an die Hotelstrände. Tote Hose. Es ist Winter. Draussen
jetzt um 10 Uhr ca. 14 grad im Schatten. Angenehm um in der Sonne
Rad zu fahren. Im Zentrum von Limassol angekommen, eine ganz nette
Promenade. Ich höre viel Russisch und man erkennt auch an den
Klamotten. "Bisinessmeni", so werden die neureichen
russischen Geschäftsleute heute wohl in der Heimat genannt. Hier
in Zypern sieht man viele, die am Schnittpunkt Europa/ Mittlerer
Osten ihre Geschäfte abwickeln. Im Schlepptau meistens schicke
Ladies. Ihre Frauen? Ich glaube es nicht. Jetzt so gegen 11, wenig
Einheimische auf der Promenade , einige offenbar Wohnungslose
ältere Zyprioten mit bepackten Rädern. Klar, auch Zyperns
Wohlstand hat keine 100 % Trefferquote. Kurz vorm Hafen, am Ende
der Promenade, ein Steg mit vielen Bänken und tollem Blick aufs
Meer. Urlaub. Ich bin mir ganz sicher. Kurz vor Mittag in der
Sonne, am Meer, auf Zypern. Ganz genau so hatte ich mir das
gedacht. Phantastisch. Kamera raus. Strandpromenade, Hafen, Die
Hochhäuser Limassols.
Und John aus Coventry. Er sitzt auf einer
der Bänke mit Blick zum Hafen. Vor sich eine Staffelei. Man sieht
auf dem Bild schon deutliche Konturen. John ist Hobbymaler ,70,
aus Coventry. Er spricht einen höllischen Slang, so das ich ihn
sofort stoppen muss. "Slowly, please". John hat sich lange
Jahre in seinem Haus verkrochen.
Nun, zum ersten Mal wieder raus. Raus aus dem Schmuddelwetter, dem
Trott, dem Rentneralltag. Er malt nur "just for fun".
Verkaufen kann er die Bilder nicht. Dafür gibt's zu viele
Hobbymaler. Verwandte, Freunde kriegen schon mal eins geschenkt.
Ihm gefällt es auf Zypern. Vor allem die Sonne. Ich nicke
verständnisvoll und aus vollem Herzen. Ich darf zwei Photos
machen. "Have a nice day, Thank you, bye".
Weiter geht's.
Entlang des Hafens , durch wenig
aufregendes Stadtgebiet, schlängele ich mich Richtung Halbinsel
Akrotiri. Die Strasse geht in eine schlammige Piste über, denn
vor Tagen hat es mal fürchterlich geschüttet. Rechts von mir nun
der mässig gefüllte Salzsee. Einzelne kleine Restaurants am
Strand, die fast alle geschlossen sind. Ich bin in Ladys Mile
Beach. Im Sommer ist an diesem Strandabschnitt richtig was los.
Jetzt ist alles still und gammelt vor sich hin. Die Stille wird unterbrochen.
Was ist das. Über mir plötzlich ein britisches Geschwader,
Übungsflüge oder Formationsfliegen. Klar doch, der britische
Militärflughafen, nur noch wenige km im abgesperrten Militärgebiet.
Ich bin kein Fan von Militärfliegern, aber die Kunststücke, die
da in der Formation geflogen werden sind schon doll. Das ganze
manchmal keine dreihundert Meter über meinem Kopf. Ich versuche
mit dem Rad jetzt den Rand des Salzsees zu queren, um auf die
andere Seite der Halbinsel, nach Akrotiri zu kommen. Es ist aber
zu tiefer Boden, so dass ich das Unterfangen abbrechen
muss. Und ich merke: Es wird wärmer. Ich bin sicher auch gute 15
km gefahren. Zurück sind's 30. Das soll wohl für den Anfang
reichen. Also nehme ich in einem der "Geisterrestaurants"
draussen auf einem vergammelten Stuhl Platz und geniesse erst mal
30 Minuten die Sonne. Ruhe leider nicht, denn nach wie vor kreisen die
"Kunstflieger".
Wieder im Zentrum von Limassol komme ich
an der Moschee Cami Cedid an. Hier wird deutlich, dass Limassol vor der
türkischen Besetzung des Nordens eine grosse türkische
Bevölkerungskolonie hatte. Direkt gegenüber die christliche
Kirche Agios Antonios. Nach gut 5 Stunden bin ich wieder am
Hotel. Auf dem Balkon penn ich in der späten Nachmittagssonne
fast . Der Pool ist zu kalt, also ab ins grosse Hallenbad. Der Weg
dahin führt nur durch die Hotelbar. Da muss irgendein findiger Konstrukteur
beim Bau aber ganz hellwach gewesen sein. Egal. Das Wasser ist
warm. man kann gut seine Bahnen ziehen. Sogar ein kleiner Whirl
Pool. Prima. Später gibt's Nachrichten aus der Heimat im TV. Schnee
für Deutschland wird angekündigt. Tja, was soll's. Nach dem
Essen noch ein Metaxa als Absacker in der Bar. Buch raus. Pennen.
27.01.2001: Mountainbike Tour
vom Atlantica über Amathus- Agia Georgiu-Governor´s Beach
Eine Tour mit ca. 45 km in
5,5 Std. Fast immer leicht mit einigen Steigungen und Abfahrten. Zypern
bleibt herrlich sonnig. 17 Grad im Schatten und strahlendblauer
Himmel sind nahezu ideale Bedingungen um Fahrrad zu fahren. Ich
werde mir für die nächste Woche ein Rad leihen. Wer weiss, was
später wird. Nachdem ich bei meinem Verleiher 10 Minuten später
als angekündigt erscheine, teilt dieser mir etwas verlegen mit,
dass das geplante Rad verliehen ist. Bevor ich jedoch anfangen
kann zu meckern, kommt prompt der Hinweis. " You can
take my private mountainbike". Na , das hört sich doch prima
an. Ein Super Rad. 3 Klassen besser als das geplante. Besser
hätte es nicht laufen können. Ich buche 6 Tage, kriege den
letzten Tag gratis. Also los.
Ich fahre auf der Hauptstrasse
Richtung Amathus am Meer entlang. Auch hier noch kilometerweit
eine echte Touri Meile mit Hotels, Shops und Restaurants ohne
Ende. Auf den Strassen wird , wie immer im Winter, viel gebaut und
gehämmert, damit pünktlich zum Beginn der Hauptsaison wieder
Ruhe ist. In Amathus gibt es abseits der Hotels und Touri
Infrastruktur seit einigen Jahren Ausgrabungen eines einstigen
Königreiches aus der Antike. Einige Grabungen sieht man von der
Strasse aus. Interessierte können hier eine Besichtigung machen.
Ansonsten fällt Amathus dadurch auf, dass es extrem gut
ausgebaute und angelegte Radwege gibt. Interessant ist auch, dass
im Hotel St. Rafael eine riesige Fahne der "SENIOREN UNION,
CDU DEUTSCHLAND" aus dem Fenster hängt. So einen guten
Urlaubsgeschmack hätte ich den Senioren des politischen Gegners
gar nicht zugetraut. Aber Spass beiseite.
Es ist schon sehr gut, dass ich ein richtig gutes Mountainbike
dabei habe. Die Strasse Richtung Lanarca ist nun versehen mit
etlichen kleinen Steigungen und Abfahrten, die mich nach der
heimatlich mountainbikefreien Winterzeit nun doch ganz schön ins
Schwitzen bringen. Nachteil an der Strecke: Man passiert keine
Dörfer und die Strecke ist auch rein optisch nicht sehr
aufregend. Von der Hauptstrasse quere ich die Autobahn über eine
Brücke und fahre in hügeliges Gebiet zum Kloster Agios Georgios
Alamanos. Nähere Details weiss ich leider nicht.
Etliche Photos und wieder zurück zur Hauptstrasse.
Nach weiteren fünf Kilometern biege ich erneut von der Strasse
nach rechts ab Richtung Governors Beach. Man sieht die Küste und
ich ahne, dass jetzt eine ordentliche Schussabfahrt Richtung
Küste folgt. Ein langer gebogener Sandstrand mit einigen Hotels
und Restaurants. Hier ist z.zt. nicht viel, oder besser gesagt gar
nix los. Zwischen Küste und Hauptstrasse werden
zahlreiche neue Appartements gebaut und mit grossen Plakaten zum
Kauf angeboten. Ist da was für mich bei? Ich notiere
vorsichtshalber Fax und Email. Es ist mittlerweile 13:30 Uhr und
in der Sonne locker 25 grad. Da es zurück bereits jetzt über 20
km sind, beschliesse ich, was ich schon vorher vermutet hatte.
Zurück.
Nach 1,5 Stunden im Hotel angekommen, zunächst auf den Balkon. Füsse hoch.
In der Sonne penn ich sofort ein. Nachher merk ich meine Beine. Es
war wirklich keine schwere Tour, aber knappe 50 km in der Sonne
mit einigen Steigungen. Ich hab z.zt. nicht viel mehr drauf. Im
Hallenbad werden die Knochen wieder locker. Werde morgen nach
Tagesform entscheiden, wie weit und wohin es geht.
28.01.2001: Mountainbike Tour
vom Atlantica- Limassol-Fasouri-Akrotiri-Kolossi-Kourion-Asomatos-Atlantica
Die Temperaturen steigen. Jetzt sind's um 9:30 sicher schon 15
Grad. Strahlender Sonnenschein, keine Wolke, wie immer. Ich fahre
früh los, denn ich kann nur sehr schwer einschätzen, wie lang
die Tour dauern wird. Sicher gute 50 km, aber welche Steigungen?
Ich schätze mal sechs Stunden mit Besichtigungen.
Hinter
Limassol, am Nordrand der Akrotiri Halbinsel, ausgedehnte
Zitrusplantagen bei Fassouri.

Koniferen schützen die
empfindlichen Obstbäume vor dem Wind. Ich fahre zunächst auf
ziemlich ebener Strasse weiter in den Ort Akrotiri, der der
Halbinsel seinen Namen verleiht. Rundherum ist hier alles britisch
und gleich hinter dem Ort ist auch Schluss. Die Royal Air Force
(RAF) lässt hier keinen Fremden mehr in
ihr Territorium. Also Kehrtwende.
Der
Ort Akrotiri selbst ist ein total verschlafenes Nest, der jetzt,
Sonntags mittags, endgültig in den Winterschlaf gefallen zu sein
scheint. Also kurze Photo- und Trinkpause an der Kirche und ab
Richtung Kolossi.
Auf der
Strasse weiterhin fast nur Autos mit dem Kennzeichen britischer
Militärangehöriger. Kolossi hat ausser der spektakulären Burg,
einer alten Johanniterfestung, so ganz viel nicht zu bieten.

Die
Burg sollte man sich allerdings nicht entgehen lassen. Ein
stattliches Monument, von dem man, hat man etwa 100 schmale und
ziemliche steile Treppen bewältigt, einen glänzenden Ausblick in
alle Richtungen hat. Von Koloosi geht es Richtung Kourion , oder
besser gesagt den Ruinen von Kourion. Eine weise
Entscheidung die Route in dieser Richtung zu absolvieren, denn
jetzt geht es 2-3 km steil begab, so dass man auf der gut
befahrbaren Strasse nur mit stark angezogenen Bremsen sausen kann.
Was
heute in Kourion zu sehen ist, stammt aus hellenistischer,
römischer und frühchristlicher Zeit. Bevor man das alles aber zu
sehen bekommt, heisst es noch mal ordentlich in die Pedalen
treten, denn es geht steil bergauf und ich habe Mühe , nicht aus
dem Sattel zu müssen. Oben angekommen , etwas aus der Puste,
faszinieren mich zuerst die Überreste des Apollonheiligtums. Von
hier aus hat man einen imposanten Blick auf die Tiefebene,
Akrotiri, Limassol und das Meer. Wirklich mehrere Photos wert.
Vorausgesetzt man hat eine Kamera mit Tele, denn sonst wirkt es
doch etwas sparsam gegenüber der Wirklichkeit.
Das
Theater aus hellenistischer Zeit ist wohl, so kann man in einigen
Reiseführern nachlesen, etwas zu perfekt restauriert worden.
"Und", so erklärt mir ein sachkundiger Wanderer aus
Österreich, den ich dort treffe, " da sind wohl auch einige
sachliche Fehler unterlaufen". Sei's drum. Das Theater macht
einen imposanten Eindruck.

Gelegentlich finden hier auch
Veranstaltungen statt. Ich schau mir noch das angrenzende Haus des
Eustolios an. Als "Kulturbanause" lass ich es aber damit
bewenden, aber für Interessierte sei versichert, dass man sich
hier in Kourion ganz locker einen ganzen Tag an den
unterschiedlichen Standorten tummeln kann. Den Rückweg nehme ich
jetzt taktischerweise nicht zurück über Kolossi, (wer quält sich
schon gerne unnötig drei Kilometer den Berg hoch), sondern ich
nehme die Route Richtung Meer, am Rande der Akrotiri Halbinsel,
über Asomatos. Keine grösseren Kraftanstrengungen sind hier
nötig und daher noch einmal der Tipp, unbedingt diese
Streckenführung zu nehmen. In Limassol tummeln sich jetzt auf
der Promenade Hunderte von Menschen aus Indien oder Pakistan mit ihrem
gesamten Familienclan. Ich habe keine Zahlen, aber eine nicht ganz
unerhebliche Gruppe Menschen aus dieser Region leben auf Zypern.
Es ist Sonntag, also ist auch der Stadtpark gerammelt voll mit
Leuten. Den wirklich vollkommen überflüssigen Zoo schenke ich
mir natürlich. Fazit: Eine feine Tour, mit einigen Leckerbissen für
Kultur-und Historieninteressierte. Einige wenige anstrengende
Steigungen. Problemlos auch die Gesamtdauer von ca. sechs Stunden
für den normal geübten Biker.
29.01.
Mountainbiketour: Atlantica- Germassogeia- Germassogeia
Dam-Akrounta- Mattikoloni-Atlanatica
Das
Wetter bleibt für Januar schon ungewöhnlich stabil sonnig.
Weiterhin ist den ganzen Tag überhaupt keine Wolke zu sehen. Im
Schatten dürften es um die 18 Grad sein. Was für eine herrliche
Tour. Knappe 5 Stunden, ca.30 km. Bis Germassogeia nichts
besonderes. In dem kleinen Vorort Limassols einige nette
Häuschen, durchaus dörfliches Flair trotz der Nähe zu der
Großstadt. Es geht jetzt bis nach Mattikoloni nur noch bergauf,
ca. 3 Stunden.
Also, diese Tour dürfte für absolute
Hobbybiker ohne entsprechendes Training nur schwer zu bewältigen
sein. Für Profis und geübte Mountainbiker ist es eine leichte
bis gemütliche Trainingseinheit.
Vom Germassogeia Stausee der
erste schöne Blick runter aufs Meer und Limassol. Also , jetzt
wohin? Founikaria oder Akrounta?. Akrounta sieht auf der Karte mehr
nach "Pampa" aus. Also dorthin. Die Steigungen nehmen nun schon
deutlich an Schwere zu. Aber es geht noch. In Akrounta
staunt man über den Mountainbiker. So ganz viele
"Verrückte" kommen hier offensichtlich um diese
Jahreszeit nicht vorbei. Ein total verschlafenes Nest. Wie
so einige auf Zypern. Von Akrounta führt die gut zu fahrende
Strasse weiter bergauf Richtung Dierona. das sind lt. Schild 16
km.
Stramm bergauf. Das ist too much. Man muss seine Grenzen kennen.
Also, Alternative? Kommissar Zufall hilft. Ein kleines, ziemlich
verwittertes Schild weist auf eine Piste, die nur noch
mountainbikemässig zu packen ist. Mattikoloni steht auf dem
Schild. Lustiger Name. Also los. Kartenmässig kann es nicht so
weit sein, aber das Gelände ist doch sehr hügelig und ziemlich
unüberschaubar. Es geht in der Tat Kreuz und quer, meistens bergauf,
auf einer passablen Piste. Ein Jeep überholt. Wer wohnt hier? Es
wird immer abenteuerlicher. Keine weiteren Schilder, und das bei meinem Orientierungssinn. Etliche Steigungen schiebe ich jetzt
brav mein Rädchen. Sehr schöne Landschaft.

Die Sonne knallt jetzt um die Mittagszeit und
ich schwitze doch ordentlich. Endlich sehe ich Mauern. Aber halt.
Alles verfallene Hütten.
Ist das Mattikoloni? Wann wurde hier der
letzte verzweifelte Mountainbiker begraben? Entwarnung, eine
letzte Kurve steil bergauf komme ich in "Neu"
Mattikoloni an. Meine Güte. Hier auf ca. 650 m Höhe muss die
Welt doch noch in Ordnung sein. Der winzige Ort strahlt eine
phantastische Ruhe und Gelassenheit aus. Wie zur Demonstration
sitzt ein uralter Mann vor seinem kleinen Häuschen und hält in
der warmen Sonne ein Mittagsschläfchen. Sind hier noch Appartements
zu kaufen?. Ich bin wirklich begeistert. Die Dorfbank lädt mich
zu einer kleinen Verschnaufpause ein.
"Augenblick verweile
doch, du bist so schön". Ich erinnere mich wieder
schemenhaft an mein mündliches Abi in Deutsch. Jetzt endlich
begreife ich den Satz: "Man lernt nicht für die Schule,
sondern fürs Leben. Der Ort inspiriert , und das meine ich jetzt
ernst. Herrliche Ausblicke auch in die Berglandschaft Zyperns.
Es
geht jetzt auf der grossen Hauptstrasse zurück nach Limassol. Zu
meiner Überraschung aber erst mal noch weiter bergauf und
zwar noch ein ganz ordentliches Stück. 750 m Höhe sind's wohl
jetzt. Das ist so grobe Richtung" Kahler Asten,
Sauerland." Geographielehrer möchte ich vorsorglich um
Nachsicht bitten, wenn ich jetzt ganz danebenliege. Ich fahre jetzt mit beidseitig fest angezogenen Bremsen, denn es
geht Schussfahrt Richtung Limassol. Gute 25 Minuten volle
Konzentration mit einem Höllentempo. Nicht ungefährlich, denn
grandiose Aussichten auf Meer und Umgebung sowie der mächtige
Fahrtwind lenken ab. Ich kann mir ein laut in den Wind gerufenes
"WOWWWW" nicht verkneifen. Sagenhaft, und ruck zuck bin
ich schon wieder am Stadtrand von Limassol. Fazit der Tour:
Einfach nur klasse. Vorsicht Hobbybiker. Hier wird mancher schnell
an seine Grenzen stossen. Nach der Tour muss ich unbedingt ins
Hallenbad, damit die Knochen wieder locker werden. Im Internetcafe
sagt wetteronline.de. Weiter super Wetter bis mindestens Donnerstag.
30.01.
Mountainbiketour: Atlantica- Limassol-Kato Polemidia-Pano Polemidia-
Polemidia Dam- Atlanatica
Die
Geschichte dieser etwa 3,5 stündigen, völlig überflüssigen
Tour ist relativ schnell erzählt. Ich quäle mich durch den heute
sehr dichten Berufsverkehr von Limassol bis in den Vorort Kato Polemidia. Ein Vorort, wie viele auf dieser Erde. Schulen,
Geschäfte, nichts besonderes. Die 2 km lange Steigung rauf nach
Kato Polemidia hinterlässt dagegen einen bleibenden Eindruck.
Ganz schön anstrengend. Kleine Einfamilienhäuser säumen die
Strasse. Aus der Hauptstrasse wird bald eine
"Rüttelstrecke" mit tiefen Schlaglöchern. Am Wegesrand
jetzt halb verfallene Wellblechhütten, verrottete Autos. Aber es
kommt noch schlimmer. Offensichtlich beginnt hier die inoffizielle
Müllentsorgung der ganzen Region. Ein ganz neuer, etwas
enttäuschender Aspekt Zyperns. Jetzt türmt sich wahllos
hingekippter Abfall an der Strasse.

Vergammelte Gefriertruhen, alte Polstersessel. Hier kümmert
sich offensichtlich niemand drum.
Zu allem Überfluss finde ich noch nicht mal den Stausee, den ich
eigentlich angesteuert habe. Erst langsam gewinnt die Natur wieder
Überhand und der Müll wird weniger. Letztlich sehe ich doch den
Stausee. Na ja. Die Tour war wohl nix. Einzig die Schussabfahrt
zurück entschädigt ca. 10 Minuten.
31.01.:
Mountainbiketour: Atlantica- Limassol-Fassoula- Spitali-
Paramytha- Palodeia- Agia Filaxis- Limassol- Atlantica
Auch an meinem vorerst letzten Mountainbiketag bleibt es dabei.
Sonne, keine Wolken, sehr angenehme 19 Grad im Schatten. Knapp 5
Stunden dauert diese ganz nette , ca. 35 km lange Rundfahrt, die
mich bis auf ca. 650 m Höhe führt.
Aus Limassol heraus eine gut zu fahrende Landstrasse Richtung
Fassoula. Es geht stetig ohne Pausen aufwärts. Etwas für
richtige Bergziegen. Ich bin mittlerweile ganz gut im Training,
schaffe den Aufstieg mit einer kleinen Trinkpause.

Fassoula, ein kleiner Ort mit einer schönen Kirche, einigen
netten Häuschen. Natürlich nichts los. Ein Paar Photos und
weiter. Eine kleine Nebenstrasse führt abwärts nach Spitali. Ich
rolle bequem in einen Ort, der noch verträumter wirkt. Die Gassen
sind noch enger, kaum Menschen, ein nettes Fleckchen Erde. Aus
Spitali raus erreicht man Paramytha längs der E110. Jetzt geht es
Richtung Limassol noch mal etwas bergauf. Der nächste Ort
Palodeia ist in der Tat nur zum durchrollen. Dann aber im
Affenzahn runter nach Agia Filaxis.

Eine wirklich prachtvolle Kirche, die sich Photofreunde
nicht entgehen lassen sollten. (Ich kann's leider nicht, wie man
sieht) In
Limassol komm ich direkt an der Promenade an. Herrliches Wetter,
Sonne, Meer. Was will man mehr. Ich bringe das Rad weg, denn die
nächsten Tage ist jetzt erst mal etwas Ruhe angesagt.
01.02.:
Das anstrengende Leben im Hotel:
Die
Geschichte dieses Tages ist rasch erzählt. Pünktlich um 9:00 Uhr
bin ich am Pool. Die Liege Richtung Sonne postiert. Sonnencreme,
Flasche Wasser, Buch. Mehrfach die Liege verstellt, was soll ich
im Schatten? Geplant habe ich gute drei Stunden. Um halb eins
zieht sich der Himmel zu. Die ersten Wolken überhaupt, die ich in
dieser Zeit auf Zypern sehe. Perfektes Timing. Wetteronline.de ist
super. Also ab ins Hallenbad. Aber was ist das? Sonst ist hier kaum ein
Mensch. Jetzt , ein Höllenspektakel. Und dann sehe ich es wieder:
Wer meinen letzten Zypernbericht aus Aya Napa gelesen hat, weiss
was nun kommt: Hier im Hallenbad schmeissen Briten mit Kugeln(
nicht nach mir und auch nicht ins Wasser). Zwischendurch lautes
Gröhlen, Jubelschreie, donnernder Applaus. Nun, auch wenn Europa
zusammenwachsen soll, gottseidank haben nicht alle Völker die
gleichen Hobbies. Ich schwimme stumpf fast eine Stunde. Im Internet
lese ich, dass die nächsten Tage bis Sonntag wechselhaft
werden sollen. Ich habe für morgen eine Touri "Spassfahrt"
nach Nikosia gebucht. Der Ausflug mit den Rentnern im letzten Jahr
war doch recht lustig.
02
.02.: Die ausgefallene Bus Tor nach Nikosia
Tja,
da will man schon mal die örtliche Reiseagentur unterstützen und
bucht eine Tagesfahrt nach Nikosia ..und dann wird man nicht
abgeholt. Irgendwie war's wie bei den "10 kleinen Negerlein". Alle
Touris, die vorm Hotel auf Ihre Abholung warteten, wurden nach und
nach in die dazugehörigen Busse verfrachtet. Nur ich blieb
stehen. Warum? Die Lady beim Veranstalter konnte es mir nicht recht
erklären. Also , was soll's, Blick in den Himmel, blau, Sonne ,
und ab an den Pool, habe von Donnerstag bis Sonntag mir ohnehin
etwas Ruhe verordnet. Bis Nachmittags halte ich es auch in der
Sonne aus. Dann ist aber Schicht und die Sonne verschwindet auch
postwendend. Für morgen Samstag wird der einzig wirkliche "Schlechtwettertag" meiner 14 Tage angekündigt.
03
.02.: Lesepause
Tatsächlich,
schon beim Wachwerden hör ich es wie aus Eimern schütten.
"Endlich Regen" sagt mir ein Kellner beim Frühstück
hinter vorgehaltener Hand, damit es die anderen Touris nicht hören.
Aber der Mann hat ja recht. Viel zu trocken für den Winter und
wenn es jetzt nichts wird mit Regen, wann dann. Zypern kriegt
grosse Probleme, wenn die nächsten Winter weiterhin so trocken
bleiben. Die gerade neu angekommenen Touris sehen das natürlich anders, und
so sieht man viele missmutig durch das Hotel
schleichen. Dabei entgeht fast allen, dass sich jetzt, so gegen 10,
draussen alles aufheitert . Ich hab's aber gemerkt (alter Fuchs) ,
Buch untern Arm, Sonnencreme, ab an den Pool. Ausser mir nur einige
Katzen, die in den Pfützen Körperpflege betreiben. Die Sonnen
bleibt knapp 2 Stunden. Na bitte, hat sich doch gelohnt.
Anschliessend regnet es den ganzen Tag weiter. Ich verziehe mich in
mein Zimmer und schnappe mir ein grosse deutsche Wochenzeitung und
knalle mir vier Stunden das aktuelle Geschehen aus der Heimat
rein. Abends ist klar. Die "Schlechtwetterperiode" in
Zypern ist schon wieder vorbei. Die letzten fünf Tage soll es nur
noch eins geben. Sonne.
04
.02.: Deutsch/Deutsche Begegnung und der Spaziergang am Strand von
Atlantica bis nach Amathus
Ein
sonniger, windiger Tag, knapp 20 Grad im Schatten. Beim
Frühstück gibt's aber erst mal eine deutsch/deutsche Begegnung. Im
Atlantica sind 90% Briten. Deutsche tauchen hier nur vereinzelt
auf. Das Rentnerehepaar aus Sachsen hat die letzten 10 Jahre nach
dem Mauerfall sich aufgemacht und jährlich zwei Reisen
unternommen. Auf Zypern sind sie zum ersten Mal. In Sachsen, so
hab ich abends in den Nachrichten gehört, ist der Finanzminister
Milbrad entlassen worden. "Da muss König Kurt (Biedenkopf)
wohl einen Fehler gemacht haben", wird mir erläutert. Aber
sonst lassen die beiden nichts kommen auf König Kurt. " Er
hat sehr viel für Sachsen getan". Im Atlantica ist das
Personal bei den Kellnern international. Bulgarien, Indien, Sri Lanka, Rumänien, Kroatien sind die Herkunftsländer der
freundlichen Männer. Zyprioten gibt es auch einige. So ist es
nicht weit bis zum Thema "Green Card". " In Sachsen
überflüssig", " da sollen doch erst mal unsere Arbeitslosen ran": Schon richtig, meine Entgegnung, nur aus
den westlichen Bundesländern kann ich berichten, dass sich für
viele Jobs, z.b. im Gaststätten/Restaurantbereich deutsche
Arbeitskräfte einfach nicht finden lassen. Da sagen sich leider
viele, dass man für so wenig Verdienst morgens nicht aufsteht.
Ein wirklich interessantes Gespräch entwickelt sich, das durchaus von
gegenseitiger Offenheit und Verständnis geprägt ist. Na bitte.
Nach dem Frühstück harte Liegearbeit am Pool. Heute ist es in
der Sonne besonders heiss, also Schluss. Ich merke langsam, dass
mich vier relativ ruhige Tage doch sehr anstrengen. Nach wie vor
weht ein ordentlicher Wind. Also ab zum Meer. Nach 10 Minuten Gang
am Meer Richtung Amathus verwandelt sich das ganze in eine ganz
nette Promenade, die sich etliche Kilometer Richtung Lanarca
hinzieht. Hin und zurück knappe 2 Stunden. Es ist Sonntags. Die
Einheimischen flanieren, ebenso die Touris, die das Braten in der
Sonne leid sind. Für mich ist klar. Die nächsten zwei Tage wird
wieder gebiket. Mal schauen, wo ich ein Rad herkriege, denn mein
erster Vermieter hat sich in den obligatorischen Winterurlaub
begeben. Es soll weiter angenehm sonnig warm, so um die 20 Grad
bleiben.
05.02.:
Mountainbiketour: Atlantica- Pyrgos- Parekklisia-
Fonikaria-Germassogeia Dam-Germassogeia- Atlanatica
Das
Wetter ist klasse. 19 Grad im Schatten, Sonne pur. Diese Tour ist
in ca. 5 Stunden zu bewältigen, es sind knapp 25 km, daran mag
man erkennen, dass es teilweise nicht ganz so schnell vorwärts
ging.
Was für eine geniale Idee, Fonikaria anzusteuern. Ein absolutes
Muss für jeden , der in der näheren Umgebung von Limassol
mit dem Fahrrad oder besser mit dem Mountainbike unterwegs ist.
Die Suche nach einem neuen Radverleiher ist relativ schnell
erledigt. Das Mountainbike alltagstauglich, aber nichts besonderes. 6
Pfund plus 4 Pfund Kaution für 2 Tage. Das ist normal.
Zunächst am Meer entlang nach Amathus. Aus dem Ort raus ist bald Pyrgos mit gut 3 km gut ausgeschildert. Auf der guten Strasse geht
es stetig bergauf. Normale Kondition vorausgesetzt, kein Problem.
Und es bleibt dabei: Wer von Limassol in die Berge will,
muss immer sofort nach oben, klarer Fall. Also strampeln. Pyrgos gibt sich
grün.

Was die Regengüsse von Samstagnachmittag bis in die Nacht
doch so alles bewirkt haben. So viel sattes Grün hab ich auf
Zypern noch nie gesehen. Pyrgos, ein lang gezogener kleiner Ort ,
zwei Photos, weiter. Ich finde den im Reiseführer
ausgeschilderten Weg nach Parekklisia zunächst nicht und verlasse
mich( das sind ja ganz neue Methoden) auf meinen
Orientierungssinn. Ein feiner, recht leicht zu fahrender Feld-Wald- und Wiesenweg führt mich leicht umwegig nach
Parekklisia. Die uralte und scheinbar nicht mehr benutzt Kirche
hat es mir angetan.

Überhaupt, so stell ich jetzt fest, hab ich
während der letzten Touren erstaunlich viele Kirchen
photographiert. Werd ich Kunsthistoriker oder Kirchenmann?.
Weiter. Ich fahre auf der E 109 nun Richtung Kellaki in Richtung Troodos. Eigentlich will ich jetzt links ab nach Fonikaria. Aber
es gibt keine Schilder und auch bei den Einheimischen, die ich
anspreche, nur Achselzucken. Spreche ich undeutlich? Ich muss
unbedingt griechisch lernen.
Risiko. Ich biege einfach nach links
in eine echte Mountainbikepiste ab. Nach fünfhundert Metern ein
Jeep. Stop. Ich halte den Mann an. Zu erst auch hier Kopfschütteln.
Dann, aber, der Mann hat kurz seine bessere Hälfte befragt.
" Follow me". Oha, will der Mann jetzt 10 km vor mir
herfahren. Er gibt Gas. Ich hinterher. 1km. Stopp. "Turn right.
Stay on the way". Thank you. Good bye. Netter Zug . Aber ich glaub,
ich hätte es auch so gefunden. Sehr schöne Strecke zum
Mountainbiken. Gar nicht schwer, sehr schöne Landschaft. Ein paar Steigungen, ok, einige Abfahrten, mal holprig, mal weniger. Nach
halber Strecke traue ich meinen Augen nicht. Ich sehe eine
Pferderennbahn rechts der Strasse. Hierzu morgen mehr.
Dann, am
Berghang gegenüber sehe ich einen wirklich traumhaft schön
liegenden Ort. Fonikaria muss das sein. Natürlich keine Schilder.
Schussfahrt abwärts , dann wieder hoch in den Ort. Stark. Wohl
einer der schönsten Orte, die ich bisher auf Zypern gesehen habe.
(Leider alles Gegenlicht, daher keine passenden Photos)
Marvellous, zwei Briten sitzen am Berg vor ihrem schönen ,
kleinen Häuschen. " You`r on holiday, frage ich gar nicht
neugierig die beiden Rentner. "No, we are living here".
Wann kauf ich mir was auf Zypern? Der Gedanke kommt mir immer
häufiger in den Kopf, daran gibt's keinen Zweifel. Kleine Gassen,
wunderschöne Häuser, Gärten. In meiner Euphorie versuche ich
nun quer über den Berg Richtung Limassol zu kommen.

Bald schiebe
ich die Kiste nur noch hoch. Der Weg ist weg. Vor mir ein Abgrund.
Zurück. Na ja, war ein Versuch. Zurück auf der Strasse fahre ich
jetzt um den Berg herum und erreiche bald den mir schon bekannten
Germassogeia Stausee. Hier war ich schon mal, als ich mich
entschied in die andere Richtung( Akrounta) zu fahren.
Schussabfahrt zum Atlanatica. Eine Klasse Tour. Auch dies nichts
für den untrainierten Hobbyradler. Aber mit etwas Kondition und
Übung überhaupt kein Problem.
06.02.: Mountainbiketour:
Atlantica- Amathus- Armenochori- Parekklisia- Atlanatica
Knapp vier Stunden bin ich heute bei ca. 25 km unterwegs. Es
ist meine letzte Tour für dieses Mal. Noch mal was für
Bergziegen. Klar, auch Armenochori liegt oberhalb von Limassol.
Also geht's bergauf. Dass es 7 km ohne Pause aber relativ steil
bergauf geht, damit hatte ich nicht gerechnet. Nach gut 50 Minuten
bin ich in Armenochori.
Ziemlich platt und durchgeschwitzt. Ich
bin halt Amateur. Der gänzlich untrainierte Fahrradfahrer sollte
sich diesen Aufstieg allerdings auf gar keinen Fall zumuten. Er wird schnell
aufgeben. Armenochori ist wieder eines dieser wunderbar
verschlafenen zypriotischen Dörfer. Unglaublich aber ist: Eine
grosse Strasse führt in den Ort, aber keine hinaus. Bin ich zu
blöd? Sind meine Reserven schon so am Ende. Nee, ich finde nur
Pisten, die aus dem Ort wieder herausführen. Wieder entscheide
ich nach Orientierung( bin deutlich besser in dieser Disziplin
geworden). Grobe Richtung Fonikaria.

Vielleicht kann ich dort
jetzt zu früherer Tageszeit bessere Bilder machen als gestern.
Die Piste ist ein sehr schöner Weg zum Fahrradfahren. Sehr gute
Luft, schöne Aussichten, viel Wald und Berge. Zum geniessen.
Leute sind hier, wie auf fast allen Pisten abseits der Strassen,
sowieso fast nie zu sehen. Dann sehe ich Fonikaria in einiger
Entfernung, dazwischen aber noch zwei Täler. Bin mir Wegmässig ziemlich sicher. Langsam schlängelt sich der Weg
bergab, aber ich drifte immer mehr in die falsche Richtung ab.
Jetzt müsste ich langsam Richtung Parekklisia kommen. Der Blick
auf meine Karte. Mal sehen. Immer mehr Schilder wie "Trail"
oder "Countryroad" tauchen auf. Amiland?
Tatsächlich. Ich erreiche den Elias Country Club. Hier war
ich etwas unterhalb gestern an der Pferderennbahn. Amis oder
Briten haben hier in der Pampa Möglichkeiten zum Horseriding,
Buggy Trail etc. Die ganze Anlage gehört zum gleichnamigen Elias
Hotel westlich von Amathus am Meer. Viel ist hier aber jetzt nicht
los. Ich erreiche wenig später tatsächlich Parekklisia. Eine
sehr wechselhafte Tour. Anfangs wirklich ziemlich hart,
später geruhsam mit viel schöner Natur , abschliessend
Schussfahrt zurück zum Atlantica. Noch ne Stunde in die Sonne.
Das Rad bringe ich weg. Morgen ist noch mal Sonneliegen angesagt.
Wetteronline sagt mir, dass von 9-13 Uhr Top Wetter mit Sonne
angesagt ist.
Danach unterschiedlich bewölkt.
07.02.: Sonne liegen,
Spaziergang Promenade
Wetteronline bleibt spitze. Pünktlich um 9:00 Uhr auf der Liege.
Die Sonne ist zur Stelle. Gegen 13:00 hab ich absolut keinen Nerv
mehr. Richtig, die Sonne verschwindet prompt hinter den Wolken.
Einige Leute am Pool beäugen mich mittlerweile etwas skeptisch,
ob der millimetergenauen Liegezeiten. Tja, Übung macht den
Meister.
Es kommt starker
Wind auf und der jagt die Wolken ziemlich durcheinander, so dass
die Sonne immer wieder zum Zuge kommt.
Ideal, um noch mal einen
letzten Spaziergang am Meer Richtung Amathus zu machen.
Zwei Stunden, Meer, Wind, Wolken, Sonne.

Zeit für ein Fazit:
Wieder ein gelungener Zypern Trip. Ganz zweifellos.
Limassol
ist sicher nicht "das" Urlauberparadies, aber zentral gelegen und so
potthässlich, wie manchmal beschrieben, ist es nicht. Der Weg mit
dem Rad in die Berge ist kurz (und manchmal hart). Aber
Mountainbiken hier in der Umgebung war einfach klasse. Mit einem
normalen Fahrrad sollte man sich aber 70 % meiner Touren nicht antun.
Das Hotel Atlantica, eine grosse Anlage, stark britisch ausgerichtet, in dem niemand etwas vermissen wird.
Mittelklasse, ich hatte überhaupt keine Probleme. Ok.

08.02.: Sonne liegen,
Abfahrt
Britisch genau lieg ich um 9:00 Uhr am Pool. Und exakt um
11:15 pack ich meinen Ranzen zusammen und haue ab.
Transfer, Flug, Ankunft zu Hause. No Problem. In Paderborn am
Flughafen angenehme 11 Grad. Nach hause, 30 Minuten mit dem
Auto.
Zu hause: Compi an: www.wetteronline.de.
Zypernwetter 9.2.2001: 20 Grad , Sonnig. Alles klar???
Ich werde
meine
Zypernerkundungen fortsetzen, dann vermutlich rund um Polis und die
Akamas Halbinsel.
Ende
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